Druckschrift 
Zwei Buschmänner
(Börne und Heine)
Entstehung
Seite
173
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Börne und Consorten. 1D3

Anwandlungen nur immer in Bocksprüngen, wie den obigen,zu entledigen sucht, hat sich auch in Zeiten seines zum Götter-bewußtseiu hinaufgeschwindelten Größenwahns gerühmt, denFranzosen die deutsche Philosophie zugänglich gemacht zu haben.

Nachdem er nun mit allerhand Phrasen hin und her ge-mauschelt und die Behauptung aufgestellt hat, daß zwischenJuden und Christen kein großer Unterschied sei, setzt er voraus,daß der lesende Goy so blöde ist und seine Behauptung alsbewiesen annimmt, denn nur diese unverschämte Voraussetzungauf die Nichtlogik seiner Leser konnte ihn zu folgendem Schlüsseverleiten i

„Ist aber in unserem Sinne kein großer Unterschied zwischenJuden und Christen, so existirt dergleichen desto herber m derWeltbetrachtung der Frankfurter Philister; über die Mißstände,die sich daraus ergeben, sprach Börne sehr viel und sehr oft wäh-rend der 3 Tage, die ich ihm zu Liebe in der freien Reichs- undHandelsstadt Frankfurt am Main verweilte." —

Börne führte Heine zu seiner (Börnes) „Frau", der Ma-dame Pohl. Heine kann es nicht unterlassen, über diese „Dame"und ihr Verhältnis? zu Börne seine ihm in gewissen Richtungenund Dichtungen sehr geläufigen Witze zu machen. Börne hattesich zur Madame Pohl geäußert, „Heines Besuch sei fürihn eine größere Ehre, als wenn ihn Goethe besuchthätte." Leider hat sich Goethe nie versucht gefühlt, dem großenBörne diese kleine Ehre anzuthun.

Börne führt den Heine in die Judengasse und apostrophirtihn mit folgendem Klagelied:

„Betrachten Sie diese Gasse, sprach er seufzend, und rühmenSie mir alsdann das Mittelalter. Die Menschen sind todt, diehier gelebt und geweint haben, und können nicht widersprechen,wenn unsere verrückten Poeten und noch verrückteren Historiker,wenn Narren und Schälke von der alten Herrlichkeit ihre Ent-zückungen drucken lassen, aber wo die tobten Menschen schweigen,da sprechen desto lauter die lebendigen Steine."

Das ist ein Lieblingsthema Börnes: die armen, unglück-lichen, unterdrückten, verfolgten Juden und diese intoleranten,bösen, herrschsüchtigen Christen. Börne thut immer so, alsob er den Lobnlolmn uimok, den in allen Judenschulen üblichenMoralkatechismus, in welchem in mehr als hundert Para-graphen die Juden aufgefordert werden, die Christen zu