Popularität
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Fehlern des jüdischen Parvenüs ein großer Dichter war? Wirhaben darauf keine Antwort, sowenig wie wir wissen, warum vonden vier Söhnen John Shakespeares einer die Unsterblichkeit errangund drei unbekannt dahinstarben, oder warum ein Gärtnersohn undTrunkenbold Englands größter Lyriker wurde. Alle Versuche Taines,das Genie als eine notwendige Erscheinung aus Volk und Umgebung,aus Ort und Zeit zu erklären, haben kein Ergebnis gehabt. Heineshistorische Mission ist klar. Der letzte Romantiker war berufen,der Romantik den Todesstreich zu versetzen, und es lag auch nahe,daß dieser Überwinder der Romantik aus den Kreisen der Judenhervorging, denn sie waren als Menschen ohne Vergangenheit undohne Geschichte die schärfsten Gegner der Romantik. Warum aberdieser Jude die Romantik mit ihren eignen Waffen schlug undselber ein großer Dichter wurde und nebenbei ein sehr mäßigerPolitiker von zweifelhaftem Ehrgeiz und nicht einwandfreiemCharakter, das sind Fragen, die wir aufwerfen, aber nicht beant-worten können. So widerspruchsvoll wie sein Wesen ist auch Heinesliterarhistorische Stellung an der Wende zweier Zeiten.
Und dieser Mann ist Deutschlands populärster Liederdichterund zugleich derjenige deutsche Dichter, der außerhalb seiner Grenzenam besten bekannt ist. Das Ausland weiß von deutscher Literaturherzlich wenig. Es rühmt natürlich Goethe, obgleich es seine Werkeselten zur Hand nimmt, und von andern deutschen Dichtern wirdnur Heine gelesen und gesungen. Seine Gegner sind mit der Er-klärung rasch zur Hand: er war eben kein Deutscher, sondern einkosmopolitischer Jude, und daher stammt seine internationale Be-rühmtheit. Das ist der bare Unsinn. Heines Freund Dingelstedthat wohl den kosmopolitischen Nachtwächter gespielt, aber einenkosmopolitischen Dichter gibt es nicht. Poesie gedeiht nur aufnationalem Boden, und nur der Dichter hat dem Ausland etwaszu sagen, der mit der Stimme seines eignen Vaterlandes am bestenzu sprechen weiß. Das wird durch die Volkstümlichkeit bestätigt,die Heine in Deutschland genießt. Wir wollen ihn nicht mitandern Dichtern vergleichen, noch weniger ihre Gedichte nach Schön-
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