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XXIII, Der Kampf um Heine
Gleichberechtigung, die er erstrebt, ist sein gleicher Anteil an denGütern dieser Erde. Er hegt zwar einen unbegrenzten Zukunfts-glauben, aber dieser erhebt sich nicht zur Religion, sondern bleibtrein irdisch. Er ist zwar bereit, neue Religionen zu stiften, saint-simonistische, sozialistische oder kommunistische, aber auch sie sindin ihrem Kern materialistisch. Den Juden fehlt das starke Ge-meinschaftsgefühl, auf dem alle Religion beruht, sie sind, mögensie selbst wie Marx und Lassalle den Sozialismus predigen, aus-gesprochene Individualisten. Sie sind irreligiös, und ihnen genügtein Glaube, daß es ihnen persönlich auf Erden wohlgehen werde.Das zeigt sich im Verhältnis zu dem eignen Volke. Mit der Befreiungaus dem Ghetto hört das Gefühl der Zusammengehörigkeit auf.Das Programm lautet zwar Emanzipation der Juden, in Wirklichkeitverfolgt aber jeder einzelne nur seine Ansprüche und kämpft nurfür seine persönliche Teilnahme an den Vorteilen der europäischenKultur. Winkt ihm der Erfolg, so ist er gern bereit, die Verbindungmit seinen bisherigen Glaubens- und Leidensgenossen abzubrechen,sei es daß er in Länder auswandert, wo ein Unterschied zwischenInden und Christen nicht gemacht wird, sei es daß er sich taufenläßt. Aber ob er nun mit oder ohne Taufe den Anschluß an dieGesellschaft gewonnen hat, er will von seinen früheren Ghettobrüdernnichts wissen, er verachtet ihre zurückgebliebene Masse, er lacht übersie, er schämt sich, daß er von ihnen stammt, und er sucht bis aufden Namen alle Spuren seiner Abstammung zu verwischen. Jebesser ihm das gelingt und je reicher sein persönlicher Anteil andem Genuß des Lebens ausfällt, um so rascher und gründlicherhört er auf, ein Kämpfer zu sein.
Das Judentum verhält sich gegen Staat und Gesellschaft feindlich,solange es von ihren Vorteilen und Genüssen ausgeschlossen ist.Sobald es, und wenn auch nur geduldet, an dem Tisch mitsitzendarf, wird es zum Verteidiger der bestehenden Ordnung. Es istin seiner Gesinnung nicht revolutionär. Der Revolutionär wünschtden Umsturz aus Überzeugung, aus philosophischen Gründen, derJude aus praktischen. Darum ist seine Polemik, selbst die von