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XXII. Das Ende
ihre Beherrschung der beiden Sprachen, schrieb für ihn, ja selbstGedichte legte er ihr zur Prüfung vor, was Heine sonst nie zutun Pflegte. Aber nicht nur durch diese kleinen Hilfsdienste wurdedie „Mouche" ihm wert und angenehm, sondern der Dichter liebtesie mit der ganzen Leidenschaft, mit der ein Mann ein Weib liebenkann. Der Wunsch, den er im „Romanzero" ausgesprochen hatte:Noch einmal möcht' ich vor dem Sterbenum Frauenhuld beseligt werben,
wurde ihm erfüllt. Schönheit, Anmut und Jugend, nach denen ergeschmachtet hatte, umgaben ihn wieder und verkörperten sich in demjungen Weibe, die in der Blüte ihrer Jahre und ihrer Reize vorihm stand. Er durfte sie lieben und er konnte sich einreden, daßsie ihn wiederliebte. Er konnte sie bald nicht mehr entbehren, ersehnte die Stunde herbei, da sie kommen sollte, er verwünschte diebösen Tage, da seine Leiden es ihm unmöglich machten, sie zuempfangen. Seine Briefe und kurzen Billetts sind der Ausdruckeiner heißen brennenden Liebe. „Allersüßeste llns mouolls", „hold-seligste Bisamkatze", „liebste holde Freundin", „süßeste Person",„liebste und süßeste Katze", das sind die Überschriften der Briefe,die „der Verrückte an eine Verrückte" schreibt. Er verlangt danach,einen Kuß auf ihr „Schwabengesicht" zu drücken. „Ich liebe Siemit todkranker, innigster Zärtlichkeit." Er ist voll Sorge um ihreGesundheit, die nicht die beste war. Bei schlechtem Wetter soll sienicht ausgehn, um sich nicht zu erkälten, aber sie soll doch kommen.„Komme du bald!" lautet der Refrain seiner Briefe. Er hält stetseine kleine Aufmerksamkeit bereit, eine geringe Gabe, ein Paar Reime,eine interessante Erinnerung, Kleinigkeiten, die unter Liebenden sowichtig sind. Heine empfing nie Besuche an schlechten Tagen, umnicht aus der Rolle des geistreichen Kranken zu fallen, für dieGeliebte machte er eine Ausnahme. Er scheute sich nicht mehr, ihrsein ganzes Elend zu enthüllen. brain is bull ob innänsssnnä in^ llsart is bull ob sorrov! Nie war ein Poet elender inder Fülle des Glücks, das meiner zu spotten scheint." Er ist jakein Mann mehr, er leidet darunter, daß er nur einen unschuldigen