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Heinrich Heine
Entstehung
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Die Mouche

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von Geburt war, aber schon in sehr jungen Jahren nach Frankreichverschlagen wurde. Auch in England scheint sie gewesen zu sein.Sie war mit einem gewissen Kriwitz oder von Kriwitz verheiratet,doch bestand die wenig glückliche Ehe nur kurze Zeit. Die Ehegattengingen auseinander, ohne daß es wohl zu einer Scheidung kam.Was sie damals in Paris tat, ist unbekannt, vielleicht erteilte sieKlavierstunden, denn sie war sehr musikalisch und bei Heine führtesie sich mit einer ihrer Kompositionen ein. Die Veranlassung zudiesem Besuch gab mittelbar oder unmittelbar Alfred Meißner,wenigstens kannte er die Dame schon, ehe sie zu Heine in Be-ziehung trat, ohne daß er jedoch imstande war, nähere Angabenüber ihre Person zu machen. Nach dem Tode des Dichters verlovsie sich wieder völlig ins Dunkle, und erst als sie ihre Erinnerungenveröffentlichte, erfuhr die Welt, daß HeinesMouche" noch lebteund als Privatlehrerin ihre Tage in Ronen fristete. Dort ist sieauch gestorben. Mit diesen dürftigen tatsächlichen Notizen ist dieFrage, wer die Fremde war, nicht beantwortet; wir wissen nicht,ob sie eine Abenteurerin oder eine Unglückliche, vom Schicksal Ver-schlagene war. Nach ihrem eignen Buch würde man sich eher fürdas erstere entscheiden, aber Kamills Selben war offenbar keineSchriftstellerin und vielleicht liegt es daran, daß sie den richtigenTon für ihre Beziehungen zu Heinrich Heine nicht zu finden wußte.Es muß auf jeden Fall anerkannt werden, daß sie sich nach seinemTode sehr zurückhielt, ihre Freundschaft mit dem berühmten Mannnicht ausschlachtete und sich in keine der unliebsamen Erörterungeneinmischte, die durch die Frage seines Nachlasses, seiner Memoiren usw.hervorgerufen wurden. Sie hätte gewiß manches sensationelle Wortdazu sagen können, aber sie schwieg.

Durch ihr gefälliges Äußere sowie durch ihren gewandten, reg-samen und anpassungsfähigen Geist machte dieMouche" gleichbei ihrem ersten Erscheinen einen tiefen Eindruck auf den Dichter.Er entließ sie mit der Bitte, ihren Besuch bald zu wiederholen.Rasch wurde sie ihm unentbehrlich, sie unterstützte ihn bei seinenArbeiten, erleichterte ihm in dieser Zeit ohne Sekretär vieles durch

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