Druckschrift 
Heinrich Heine
Entstehung
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XXII. Das Ende

' O^as Honorar derVermischten Schriften" gewährte dem Dichter'^^die Möglichkeit, seinen lange gehegten Wunsch auszuführenund die trostlose Krankenstube der Rue d'Amsterdam zu verlassen.Die Sorge vor der Cholera kam dazu, die damals in der Stadtwütete und mehrere seiner Bekannten wegraffte. Er siedelte in einezu ebner Erde gelegene Gartenwohnung außerhalb der Bannmeilenach Batignolles über. An schönen Tagen konnte er sich ins Freietragen lassen. Nach sechs Jahren sah der Dichter wieder blauenHimmel, lauschte dem Wind, der durch die Blätter der Bäumewehte, und dem Gesang der Vögel in den Zweigen. Leider wardie Freude nur kurz, und die großen Geldopfer, die Heine fürdiesen Umzug gebracht hatte, vergebens. Die Gegend war sehr ge-räuschvoll, sein Krankenzimmer kalt und feucht, so daß er sich eineHalsentzündung zuzog, die ihm das Sprechen außerordentlich er-schwerte. Mathilde, die die Wohnung gemietet, hatte in ihrer Leicht-fertigkeit die Bedürfnisse des Patienten völlig verkannt. Ein schmerz-hafter Abszeß am Rücken kam dazu, der durch eine Operationentfernt werden mußte. Ein erneuter Umzug war unvermeidlich.Campe tröstete den Dichter über die zwecklosen großen Ausgaben,er könne ja in einer Woche wieder verdienen, was ihn der Wohnungs-wechsel koste, aber Heine bemerkte ihm treffend, er habe wohl ver-gessen, wer sein Verleger sei.

Im November wurde der Dichter nach Paris zurücktranspor-tiert. Mathilde hatte diesmal entweder sorgfältiger gesucht oder eineglücklichere Hand gehabt; auf jeden Fall entsprach die neue Wohnungin der Avenue Matignon dicht bei den Champs Elysöes allenWünschen ihres Mannes. Sie lag im obersten Stockwerk, so hoch,daß der Straßenlärm nur gedämpft zu ihm heraufdrang, war hellund geräumig, hatte Licht und Sonne, und vor allem besaß sieeinen kleinen Balkon, auf dem der Dichter an schönen Tagen liegenund in das vorüberbrausende Gewühl der Großstadt hinabschauen