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XXI. Letztes Schaffen
eine Hins posk kloiusrum zu schreiben, wenn er überhaupt jemalsernstlich daran dachte. Auf jeden Fall besteht zwischen dem jugend-lichen Plan und dem spätern Tanzpoem nur insoweit eine Ver-bindung, als der Dichter für die Faustsage stets ein großes Interessebewahrte, die alten Volksbücher eifrigst las und durch sie zu seinenStudien über Hexen- und Zanberglauben angeregt wurde. Der Stofflag ihm also nahe, als aus England der Ruf nach einem Ballettan ihn erging. Er schrieb das Libretto in ausgesprochener Gegner-schaft zu Goethe, in dessen Dichtung er „das treue Festhalten ander wirklichen Sage, die Ehrfurcht vor ihrem wahrhaften Geiste,die Pietät für ihre innere Seele" vermißte. Der Romantiker wollteden Klassiker bekämpfen, mit dessen objektiver Erlösungslehre imzweiten Teil er sich nicht befreunden konnte. Faust wird bei Heinevom Teufel geholt, und darin liegt zum mindesten äußerlich eineRückkehr zu der alten Volkssage. Da der jüngere Verfasser mitder Handlung keine tiefere Idee verband und in dem Tanzpoemauch kaum verbinden konnte, so war es nicht schwer für ihn, denGang der Überlieferung getreuer als Goethe festzuhalten. Er mußtevor allem den Bedürfnissen des Balletts durch große Tableaux,durch Entfaltung von Pracht und Massen entgegenkommen, undes liegt wohl auch im Geiste der Tanzpoesie, daß der männlicheTeufel Goethes durch einen weiblichen, durch die Balleteuse Me-phistophela ersetzt wurde, wenn sich diese Änderung auch durchmanche Stelle der alten Volksbücher rechtfertigen ließ.
In den „Erläuterungen" und der „einleitenden Bemerkung"gab der Dichter einige Notizen über die Faustsage und ihreliterarischen Verzweigungen, über den Teufels- und Hexenglauben,die teils aus älteren Werken, teils aus dem kürzlich erschienenen„Kloster" von Scheibele, dieser Fundgrube von Raritäten, stammen.Damit verband er eine sehr ungünstige Besprechung des Goethescheuzweiten Teiles, von dem der Ballettdichter in unfreiwilliger Selbst-verspottung behauptet, daß er „wie ein Ballett, wie eine frivoleFarce" endige. Dagegen bezeichnete er sein Werk als eine „feineGoldarbeit" und rühmte es als eine seiner „größten und hoch-