Die Göttin Diana
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ohne die Genehmigung des Autors von einer unberufenen Hund,über recht gut ins Deutsche übersetzt. Heine wünschte eine gerichtlicheVerfolgung des räuberischen Herausgebers, da Campe aber dieRechtslage nicht für klar hielt und der kranke Verfasser sich dieAufregung eines Prozesses sparen wollte, so unterblieben alle der-artigen Schritte. Die Beschäftigung mit der Volkssage und derMythenforschung lieferte dem Dichter den Stoff zu zwei Panto-mimen, von denen die eine, die „Göttin Diana", in den „Ver-mischten Schriften" veröffentlicht wurde, die zweite, „Doktor Faust",schon vorher gleichzeitig mit dem „Romanzero" erschien. Beidewurden schon mehrere Jahre früher verfaßt und zwar auf Ver-anlassung des Londoner Theaterdirektors Lumley, der zur Unter-haltung seiner jungen Königin Balletts brauchte und den geistreichstenMann Europas aufforderte, ihm wirksame Vorschläge zu machen.Als Ballett und Pantomime mag auch die „Göttin Diana" ihreVorzüge haben, und die vielen, die uns heute den Tanz als einegleichberechtigte Kunst, ja als die Urkunst und höchste Kunst an-preisen, mag es verlocken, die Reize dieser Tanzdichtung darzulegen.In unsrer Schützung bleibt sie eine Spielerei, und dasselbe giltfür den „Doktor Faust", der nur durch den Stoff und die an-schließenden „Erläuterungen" eine darüber hinausreichende Be-deutung empfängt.
Es ist seinerzeit erwähnt worden, daß Heine schon als Studenteinen „Faust" plante, ja, daß er selbst Goethe bei seinem Besuchin Weimar von dieser jugendkühnen Absicht zu sprechen wagte.In seinen Briefen erwähnt er gelegentlich, daß er an „Faust" arbeite,und in Göttingen machte er sogar dem Studiengenossen EduardWedekind einige Mitteilungen über seinen Plan, aber gerade durchdiese Mitteilungen wird es sehr wahrscheinlich, daß dieser „Faust"nur in der Phantasie des Dichters spukte und niemals eine festeForm erlangte. Jeder deutsche Dichtersmanu, der sich respektierte,ging damals mit einem „Faust" schwanger, von dem selten mehrals einige verzweifelte jugendliche Flüche das Papier erblickten.Heines guter Geschmack verhinderte ihn, gleich seinem Freunde Grabbe