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Heinrich Heine
Entstehung
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595
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Hebräische Melodien

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zum „Rabbi von Bacharach" entflammt hatte. Freilich darf mankeine ungetrübte Begeisterung in diesen Gedichten erwarten. DieKluft zwischen der poetischen Idee und der Wirklichkeit, die be-sonders in dem dritten Gedichte, der „Disputation", zum Ausdruckkommt, war zu breit, als daß sie sich durch die Stimmung vollversöhnen ließ. Das Erlebnis drängt sich ein, und das Lobgedichtauf Inda wird zum „Zeitgedicht" gegen die Inden. Die Formdieser Gedichte ist besonders schwach, wohl weniger, weil Campedem Verfasser keine Zeit zur nochmaligen Durchsicht ließ und weildie „Disputation" „in großer Eile" geschrieben wurde, sondernweil der Stoff nicht in der Form aufgegangen ist und bei derStellung des Dichters zum Stoff nicht ausgehen konnte.

Heine hat in den Jahren von 1851—54 noch sehr viel Ge-dichte geschrieben. Ein Teil davon erschien unter dem Titel „ZurOllea" 1852 in der zweiten Auflage der „Neuen Gedichte", einegrößere Anzahl in dem ersten Band der „Vermischten Schriften"1854, die meisten wurden aber erst nach dem Tode des Verfassersveröffentlicht, teils in einzelnen Zeitschriften, teils in einer postHumenZusammenstellung, die 1869 als „Letzte Gedichte und Gedanken"herausgegeben wurde. Viele sind darunter, die der Dichter ab-sichtlich zurückhielt, weil sie ihm nicht genügten, andre, die seinenveränderten religiösen und sittlichen Ansprüchen widersprachen, wiederandre, denen er in den bisherigen Sammlungen den geeignetenPlatz nicht zu geben wußte. Heine legte auf eine richtige Anord-nung das größte Gewicht, seine Gedichte sollten nicht als einzelneBlätter, sondern innerhalb eines umfassenden Rahmens wirken.Man kann daher zweifelhast sein, ob und inwieweit die Heraus-gabe seinem Wunsche entsprach, immerhin, die Welt hat ein Anrechtdarauf, den geistigen Nachlaß eines Dichters selbst gegen dessenWillen kennen zu lernen, und der Literarhistoriker übt nur seingutes Recht aus, wenn er das poetische Inventar so vollständigals möglich gestaltet. Wesentlich neue Züge empfängt das BildHeines durch die Veröffentlichungen nach dem „Romanzero" nicht,weder durch seine eignen noch durch die aus dem Nachlaß.

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