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XXI. Letztes Schaffen
Wölfen, Schweinen und gemeinen Hunden". Der Freiheitsrauschwar blinder Lärm, es ist nichts Großes untergegangen, denn eswar nie etwas Großes da.
Der „Romanzero" machte ungeheures Aufsehen. Nach dem Fehl-schlag von 1848 war die Stimmung in Deutschland hoffnungslos.Man griff nach Schopenhauers „Welt als Wille und Vorstellung",nach dieser Philosophie des Pessimismus, die jetzt als der Weisheitletzter Schluß gefeiert wurde, nachdem sie ein Menschenalter nicht be-achtet war. Heine sprach die Verbitterung aus, die das ganze Volk er-griffen hatte. Der kranke Mann in der Fremde wurde noch einmal zumWortführer der Allgemeinheit. Er bot, was sie hören wollten, keinePolitik, Flucht aus der Gegenwart, Pessimistische Geschichtsbilder.Deutschland selber glich ihm. Wie er wand es sich in Schmerzen, nichtgewillt, zu entsagen und zu sterbeü, aber ohne Kraft, zu leben:
Keiner geht dort mit dem anderneinsam, kummervoll dort wandernviel Millionen Waisenkinder.
Hoffnungsvoller ist die dritte Abteilung, die der „HebräischenMelodien", wie die von Byron übernommene Bezeichnung lautet.Heine war zur Religion seiner Väter zurückgekehrt, und damit ge-wann das Judentum neue Bedeutung für ihn. Es war der Glaubeseiner Kindheit und die Schwärmerei seiner besten Jünglingsjahre,die er in Berlin mit Gans, Zunz, Moser verbracht hatte. Damals(1853) schrieb er an seine Mutter: „Ich habe Deiner Abneigunggegen die Juden nie beitreten wollen, aber sie haben mir das Lebenverflucht sauer gemacht, und unser Herr und Heiland mußte wirk-lich ein Gott sein, um solchen Pharisäern ihre Verfolgungssuchtvergeben zu können. Gottlob, ich sehe keine in meiner Nähe." DieJuden als Menschen und Zeitgenossen haben den Dichter stets ab-gestoßen, die Idee des Judentums hat er stets hochgehalten, undsie feiert er in den „Hebräischen Melodien", in dem ersten Gedichtdie weihevolle Feier des Sabbats, wie sie ihm als Kindheitserinne-rung vor Augen stand, in „Jehuda ben Halevy" die große Zeitdes spanischen Judentums, die jüdische Romantik, die ihn einst