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Heinrich Heine
Entstehung
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XXI. Letztes Schaffen

Ich weiß es nicht mehr", lautet die Antwort. Es lohnt sich auchnicht, es zu wissen, ja überhaupt zu fragen. Ein Unterschied bestehtzwischen beiden kaum, und ob Christen oder Mäuse, der Verlaufder Geschichte wird dadurch nicht geändert. Heine hatte dereinstniit ganz Europa für dieunglücklichen" Polen geschwärmt. DieHelden von damals verspottet er jetzt alsKrapülinski und Wasch-lapski". Die heroischen Narren haben sich an der Weichsel tot-schlagen lassen, die klügeren Lumpen zechen behaglich in Paris,aber sie sind Patrioten und jubeln:

Polen ist noch nicht verloren,nnsrc Weiber, sie gebären,unsre Jungfraun tnn dasselbe,werden Helden uns bescheren,

Helden, wie der Held Sobieski,wie Schelmnfski nnd Uminski,

Eskrokewitsch, Schnbiakski,und der große Eselinski.

Es tat dem Dichter wohl, sich diese Märchen zu erzählen, indenen die ganze Zweck- und Sinnlosigkeit 5es Weltgeschehens zumAusdruck kam. Es lag ein Trost für ihn darin, daß er nicht dereinzige, nicht der einzige Gerechte war, über den das blinde Raddes Schicksals hinwegging, daß er selber wie Tausende und Aber-tausende ein Opfer jenes Blödsinnes war, den die Menschen alsGott, Vorsehung, Schicksal und ewige Gerechtigkeit anbeten.

Es muß der Held, nach altem Brauch,deu tierisch rohen Mächten unterliegen.

Ans dieser Stimmung, teils Anklage und Groll gegen das Schicksal,teils Hohn und Hader über dessen Dummheit, konnte ein reinesKunstwerk nicht entstehen. Es sind nur wenige Gedichte unter denHistorien", die einen geschlossenen ästhetischen Eindruck hinterlassen,z. B. derAsra", der DichterFirdusi" und das schönste Stückans der Sammlung, derSchelm von Bergen". Hier denken wirnicht daran, daß ein unglücklich Liebender schuldlos zugrunde geht,daß ein großer Dichter von einem Mächtigen verhöhnt wird oderdaß ein Halunke durch einen kecken Streich den höchsten Lohn