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es formulierte, die künstlerische Vollendung, die innere Geistig-keit und die schwellende Kraft der früheren. Daß die Stoffe „an-ziehender und kolorierter" sind, bietet für diese Mängel keinen Ersatz,wohl aber verschafften sie, wie der Dichter voraussah, dem Buch „einenSucceß und nachhaltige Popularität". Der Absatz war für die damaligeZeit ungeheuer. Campe konnte innerhalb von zwei Monaten vier Auf-lagen drucken, und keine unter 5000—6000 Exemplaren. Es war einErfolg, wie ihn lyrische Gedichte noch niemals in Deutschland gehabthatten und später nie wieder gehabt haben. Der Dichter Heine brauchtenur in die Saiten zu greifen, und der maßlose Haß, der sich gegen denPolitiker und Journalisten aufgesammelt hatte, schwand dahin. MitStolz konnte der Dichter darauf hinweisen, daß gerade seine größtenFeinde wie der alte Fürst Metternich auf dem Johannisberg und derjunge König in Berlin zu seinen eifrigsten Lesern und Bewunderern ge-hörten. Das deutsche Volk war nicht undankbar gegen den Dichter undhat ihm gern vergessen, was der Prosaiker gesündigt. Heine erhielt fürden „Romanzero" ein sehr gutes Honorar von Campe, und es wirkt ge-radezu grotesk, daß der Verleger trotz des notorischen großen Erfolgesnachträglich jammerte, daß er nicht auf seine Kosten gekommen sei.
Der „Romanzero" (I, 321) zerfällt in drei Unterabteilungen, in„Historien", „Lamentationen" und die „Hebräischen Melodien".Dieses letzte Buch enthält Schilderungen aus dem jüdischen Leben derVergangenheit und Gegenwart und unterscheidet sich durch seinenStoff von den beiden ersten. Die „Historien" umfassen in derHauptsache erzählende Gedichte, Romanzen und Balladen, die„Lamentationen" Lyrik, ohne daß der Unterschied prinzipiell durch-geführt wäre, sonst hätte ein Gedicht wie die „Spanischen Atriden"des zweiten Teiles in den ersten gehört.
Die Kritik hat in diesen letzten Heineschen Gedichten, besondersaber in den „Historien" eine gewisse „redselige Breite" im Gegen-satz zu seiner früheren Art getadelt. Der Unterschied wird klarillustriert durch den „Asra", der noch einer Zeit vor der Krankheitangehört, und Balladen wie das „Schlachtfeld zu Hostings" oderden „Mohrenkönig". Dort wird die ganze Tragödie der Sultans-