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Heinrich Heine
Entstehung
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582
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582 XXI. Letztes Schaffen

existieret er drauf losdurch die Ewigkeiten alle.

linser Gott ist stark. In Händenträgt er Sonne, Mond, Gestirne;

Throne brechen, Völker schwinden,wenn er runzelt seine Stirne.

Und er ist ein großer Gott.

David singt: Ermessen ließesich die Größe nicht, die Erdesei der Schemel seiner Füße. (I, 472.)

Der Glaube des Dichters ist grob-sinnlich, er selbst bezeichnete ihnals dendemütigen Gottesglauben des gemeinen Mannes", unddem entspricht das Bild seines Gottes. Er besitzt alle Eigenschafteneiner anthropomorphen Gottheit. Er ist nicht die absolute Voll-kommenheit, sondern die höchste Steigerung aller menschlichen Attri-bute. Seine Stärke ist mächtiger als seine Gnade, sein Zorn rascherals seine Milde. Er ist nicht die Ruhe, sondern die Leidenschaft,nicht die Güte, sondern er kann sogar ein boshafter und tückischerGott sein, wenn seine Macht herausgefordert wird. Man kanndaher mit ihm rechten, man kann mit ihm hadern, ja sogar aufihn schimpfen, aber man muß sich ihm doch unterwerfen, denn erhat die Macht und züchtigt die arme schwache Kreatur, die sich inihrer Hilflosigkeit gegen ihn auflehnt.

Heine betrachtete seine Krankheit als eine Strafe des Himmels.Ob sie ihm verdienter- oder unverdientermaßen gesandt war, siemußte ertragen werden, und jede Auflehnung konnte nur straf-schärfend, jede Ergebung strafmildernd wirken. Die eine reizte seinenGott, die andre besänftigte ihn. Er unterwarf sich daher im Ge-fühl seiner Ohnmacht, aber ohne innere Demut einem göttlichenWillen, den er nicht begriff. Dieser Zwiespalt kam dem Dichternatürlich zum Bewußtsein, nicht in den angst- und schmerzerfüllten,einsamen Stunden der Nacht, wenn die Vernunft schwieg, sondernbeim hellen Lichte des Tages, wenn die Qualen nachließen, wenndie Kräfte des Denkens sich wieder regten und seine Lebensgeister