Mathilde
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Mourant gui ns moura .it pas. Die Gedichte aus dieser Zeit,in denen Heine von seiner Frau spricht, können nicht zu ihrenGunsten geltend gemacht werden. Das „Lamm" Mathilde, dem erzum Hirten bestellt war, existiert nur in der Poesie. Die poetischeStimmung, hat mit dem Erlebnis nichts zu tun.
Heines nächste Angehörigen bewährten sich im Unglück. DieBrüder Gustav und Max besuchten ihn in Paris und halfen auchmit Geld aus, die Schwester versah ihn mit Büchern, und alledrei unterstützten ihn, der Mutter die Größe seines Leidens zuverschleiern. Es war seine schwerste Sorge, daß die alte Frau vonseinem Zustand nichts erfahre. Jede Zeitung mit trüben Nachrichtenmußte ihr ferngehalten werden, in den für sie bestimmten Exem-plaren seiner Werke mußte alles getilgt werden, was auf seineKrankheit Bezug hatte. Er selbst schrieb ihr die lustigsten Briefeaus der Matratzengruft und entschuldigte das Diktat mit demangegriffenen Zustand seiner Augen. Diese Sorge ist einer der ver-söhnlichsten Züge in dem Charakterbild Heinrich Heines. „Daßein Sohn so krank und elend werden kann, wie ich es bin, dasglaubt keine Mutter," äußerte er zu Meißner. Das Wort wiegtmanche freche Rede auf, die er in gesunden Tagen gesprochen.Die Vetternschaft dagegen verfolgte er seit der Zeit des Erbschaststreitesmit uugeminderter Erbitterung. Karl Heine freilich fürchtete er,und in der Öffentlichkeit sprach er stets mit höchster Anerkennungvon der Großmut des Vetters, in verschwiegenen Privatbriefenaber urteilte er ganz anders über das „junge Fatum". Die ganzeTiefe seines Hasses offenbarte sich, als er vernahm, daß Or. Halleverrückt geworden sei. Im Vollgefühl der befriedigten Rache meldeteer dem Bruder, daß der einstige Gegner wie ein Hahn krähe, undfügte hinzu: „Wie witzig ist Gott!" Er dachte nicht daran, daßdie Hamburger dasselbe sagen konnten, wenn sie sahen, wie derDichter des Lebensgenusses vielleicht an den Folgen des Genusseszugrunde ging. Selbst der Besuch der früher geliebten Theresein Paris bereitete ihm keine Freude, obgleich er von einer klingendenGabe begleitet war. Sie war ja eine Tochter des verhaßten Onkels.