Versöhnung
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und so ließ er dem Vetter den scheinbaren Triumph, daß er gesiegthabe. Dieser war nicht in der Stimmung, ihn zu genießen. DieZeilen, die er am Tag nach der Versöhnung als Zusatz zu seinemTestament verfaßte, zeugen nicht vom Stolze eines Siegers.
„Seitdem ich dieses Testament schrieb, hat eine Aussöhnungzwischen mir und meinem Vetter Karl Heine stattgefunden, und dieAusdrücke, womit ich ihm oben meine überlebende Gattin empfahl,sind heute nicht mehr die geziemenden; denn als ich ihn gesternin dieser Beziehung sprach, beschämte er mich fast durch den Vor-wurf, wie ich nur im mindesten daran zweifeln konnte, daß ernicht für meine Witwe hinlänglich sorgen würde, und mit derliebreichsten Bereitwilligkeit übernahm er die Verpflichtung, meinerFrau nach meinem Tode die Hälfte meiner Pension lebenslänglichauszuzahlen; — ja er verriet hier wieder sein ganzes edles Gemüt,seine ganze Liebe, und als er mir zum Pfände seines feierlichenVersprechens die Hand reichte, drückte ich sie an meine Lippen, sotief war ich erschüttert, und so sehr glich er in diesem Momenteseinem seligen Vater, meinem armen Oheim, dem ich so oft wieein Kind die Hand küßte, wenn er mir eine Güte erwies! Ach,mit meinem Oheim erlosch der Stern meines Glückes! Ich binsehr krank und wundere mich darüber, wie ich alle diese Leidenertrage. Trost und Stärkung finde ich allein in den Großgefühleuund unverwelkbaren Herrlichkeiten meines Bewußtseins. — Paris,den sechsundzwanzigsten Februar abchtzehnhundertsiebenundvierzig."Die Hand, die man nicht abhauen kann, soll man küssen, pflegteder Dichter in besseren Tagen zu sagen. Bei guter Gesundheithätte er die Familienfehde mit seiner unverwüstlichen Lebenslustunter den Zerstreuungen des Tages schnell überwunden, bei demkranken, dem im innersten Mark gebrochenen Manu blieb einestarke Erbitterung über das Unrecht und das Ungemach zurück,das ihm die nächsten Verwandten zugefügt hatten. „Das Vertrauenzu meiner Familie ist dahin", klagte er Campe.
Man wird die Frage aufwerfen dürfen, ob sich diese Beschwerdenur auf die Sippe Salomon Heines bezieht, oder auch auf seine eignen