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Heinrich Heine
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Das Wintermärchen

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ungeheuren Grobheit ihrer Angriffe. Beide hat man als die un-gezogenen Lieblinge der Grazien bezeichnet. Aber Heine ubersah,was ihn von Aristophanes trennte. Die Komödie des Griechen istnach ihrer Abstammung und in ihrem innersten Kern phallischesFestspiel mit der Absicht, die Masse der Zuschauer in den orgia-stischen Rausch des Feiertages zu versetzen. Heine dagegen sprichtzu einem einzelnen Leser, dessen poetische Stimmung in der Ab-sonderung von der Masse, in der geistigen Sammlung besteht.In dem bacchischen Jubel, in den alle seine Stücke ausklingen,reißt Aristophanes jede Schranke nieder, trampelt die bürgerlicheOrdnung und Sittlichkeit mit Füßen, denn es soll nichts übrigbleiben als der Freudentaumel des Festes, in dem alle Dissonanzensich auflösen. Der moderne Künstler verfolgt weder den Zwecknoch besitzt er die Mittel des antiken. Durch das Wesen seinerKunst ist ihm im Gegensatz zu der hellenischen Maßlosigkeit eingewisses Maß geboten. Wenn Aristophanes die gröbsten Obszöni-täten vorbringt, so sind sie durch die Eigenart seiner Komödiegerechtfertigt, und er hat es nicht nötig, ältere Dichter als Schwur-zeugen aufzurufen. Heine verweist auf das Vorbild des Griechen,obgleich er einblinder Heide" war, ebenso auf Cervantes undMoliöre, weil er fühlt, daß seine Unflätigkeiten nicht begründetsind und einer besonderen Deckung bedürfen. Was in der antikenKomödie poetisch zulässig ist, ist in einer modernen Dichtung un-zulässig, was dort selbstverständlich, ist hier gemein.

Mit Behagen ist imWintermärchen" alles zusammengetragen,was die Leute in dem damaligen Deutschland verletzen mußte.Selbst gegen Heines bessere Überzeugung. Er wußte längst, daßdie Freiheit, sogar die Freiheit, die er meinte, in Frankreich nurein Schattendasein fristete und nicht mehr unter der blau-weiß-rotenFahne marschierte, er selbst hatte oft genug dargelegt, daß von derUnfähigkeit der französischen Republikaner nichts zu erwarten war.Sogar der gute Geschmack verließ ihn in dieser Dichtung. DieIdee, den Kölner Dom in einen Pferdestall zu verwandeln, istunsagbar geschmacklos und über denaristophanischen" Schluß wäre