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Heinrich Heine
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XIX. Deutschland

erteilte, reiste er über Brüssel, Amsterdam und von dort zu Schiffnach Bremen und Hamburg, ohne preußisches Gebiet zu berühren.Am 30. Oktober traf er bei den Seinen ein. Die Freude desWiedersehens war groß, die Mutter „glücklich", die „Schwesteraußer sich vor Entzücken" und selbst der Löwe der Familie,der reiche Onkel, fand an dem berühmten Neffen „alle erdenk-lichen guten Eigenschaften". Heine wußte sich sehr beliebt zu machen,obgleich es ihm mitunter eine „saure Arbeit" war, den „un-interessanten Hamburgern" zu gefallen. Für Schwester und Nichteließ er Hüte aus Paris kommen, an Salomons Kasse stellte ernicht die geringsten Ansprüche, und Therese, die einst geliebte, war,wie Elster annimmt, nicht abgeneigt, die vor fünfzehn Jahren ge-lösten Beziehungen zu dem scharmanten Vetter zu erneuern. Siewar jetzt mit dem Präsidenten des Handelsgerichts Halle ver-heiratet, der in seinem unruhigen Ehrgeiz den häuslichen Ansprüchender verwöhnten, kinderlosen Frau nicht genügte. Auch seine ersteLiebe Amalie sah der Dichter wieder, sie weilte damals mit ihrerzweiten Tochter zu Besuch in Hamburg.

Die Stadt selbst hatte sich durch den großen Brand vom Jahre1842 sehr verändert. Heine selbst schrieb damals einen kurzen Artikel(VII, 372) über die Katastrophe, in dem er die Sympathien der Pariserfür sein „armes Hamburg" rühmte und die Größe des Unglücksschilderte. Ganze Straßenzüge im Stadtinnern waren zerstört, vieleStätten verschwunden, die Zeugen seiner Jugend waren, und selbstJulius Campes Geschäftslokal war niedergebrannt. Die Mildtätig-keit der ganzen Welt hatte der Not wirksam gesteuert, so daß beiseiner Ankunft, anderthalb Jahr nach dem Ereignis, schon vielwieder aufgebaut war.

Der Aufenthalt des Dichters sollte nicht mehr als vierzehn Tagedauern. Es war ihm sehr schwer geworden, sich von Mathilde zutrennen, und mit Ungeduld und sorgender Eifersucht gedachte erseiner fernen Frau, die er für die Dauer seiner Abwesenheit ineiner Pension untergebracht hatte. Doch die Verhandlungen mitCampe zogen sich in die Länge. So liebenswürdig er seinen besten