Zeitgedichte
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sich nicht vertrugen und sich bald mehr befehdeten als die gemein-samen Gegner. Um so mehr lag dem Dichter daran, den bis dahinunbedeutenden „Vorwärts" auf eine gewisse Höhe zu bringen. Erredete Rüge zu, die Leitung zu übernehmen, doch dieser lehnte ab;er selber verspürte auch wenig Neigung, sich als Redakteur zubetätigen, obgleich ein Geldgeber für diesen Fall bereit war, dasBlatt mit 40000 Franken, die es dringend benötigte, zu unter-stützen. Man berief deshalb einen gewissen Bernays aus Mannheimin die Redaktion, einen der wenigen, die damals schon ausgesprochensozialistischen Anschauungen huldigten. Das Blatt nahm unter ihmeinen sehr wüsten Ton an, vor allem erging er sich in so gehässigenAusfällen auf verschiedene deutsche Bundesfürsten, daß sie selbstunter der französischen Preßfreiheit nicht geduldet werden konnten.Guizot befahl dem Staatsanwalt einzuschreiten, um den unvermeid-lichen Beschwerden der deutschen Regierungen zuvorzukommen. Diepreußische war aber schon unterwegs und forderte in energischemTon die Unterdrückung der revolutionären Propaganda, die durchihre Druckerzeugnisse den Umsturz in Deutschland vorbereitete.Bernays wurde zu einer mehrmonatlichen Gefängnisstrafe ver-urteilt, die übrigen Mitarbeiter des „Vorwärts" wurden aus-gewiesen. Marx ging nach London, Rüge kehrte nach Dresdenzurück, andere suchten ihr Heil in Amerika. Heine durfte in Parisbleiben, man nahm an, daß er längst das französische Bürgerrecht er-worben habe, ebenso Herwegh, der als Schweizer von seinem Gesandtengeschützt wurde. Der „Vorwärts" selbst stellte sein Erscheinen ein.
Heine hat in den beiden Pariser Zeitschriften einen großen Teilseiner politisch-satirischen Gedichte, die sog. „Zeitgedichte" (I, 301),veröffentlicht, besonders die „Lobgesänge auf Köuig Ludwig" vonBayern, den er dereinst als den freien Herrscher eines freienVolkes gerühmt hatte, und die Verse aus Friedrich Wilhelm IV., dermit mehr Berechtigung als sein wohlmeinender süddeutscher Kollegeals schnapsliebender „Kaiser von China" oder als champagner-freudiger „Neuer Alexander" verspottet wurde. Durch diese Angriffewurde die „Tribunatsreputation" des Dichters, wie er an Gustav