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XIX. Deutschland
der gekrönte Romantiker dem ungekrönten den Vorwurf zurückgeben,denn auch er rief heute nach den Bajonetten des Marschall Soult,um den Thron zu stützen, und am nächsten Tage hetzte er durchverschärfte Borangersche Spottlieder die Völker gegen die Monarchie.Auch der Dichter konnte mit gewissen Variationen wie der Königvon sich sagen:
Ich ward ein Zwitter, ein Mittelding,das weder Fleisch noch Fisch ist,das von den Extremen unserer Zeitein närrisches Gemisch ist.
Ich bin nicht schlecht, ich bin nicht gut,nicht dumm und nicht gescheute,und wenn ich gestern vorwärts ging,so geh' ich rückwärts heute;
ein aufgeklärter Obskurant,und weder Hengst noch Stute,ja, ich begeistre mich zugleich
für Sophokles und die Knute. (II, 195.)
Der Dichter wie der König waren unfrei, sie waren das, wasdie widerspruchsvolle Zeit aus ihnen machte.
Durch den Zuzug der Marx, Rüge, Herwegh, denen eine zahl-reiche Gefolgschaft nachlief, wurde Paris in den vierziger Jahrenmehr als je der Mittelpunkt der deutschen Republikaner. Sie warennicht mehr so harmlos wie zu Börnes Zeiten, es waren nicht mehrnur weltfremde Träumer und edle Idealisten, sondern auch Männerder Tat, die vor der Gewalt nicht zurückschreckten. Wie man inDeutschland selbst praktischer wurde, so auch in dieser versprengtenFlüchtlingskolonie. Sie unterhielt durch Briefe und Broschüreneine wirksame Agitation in der Heimat, während die deutschenZeitungen, die in Paris erschienen, selten und nur in vereinzeltenExemplaren den Weg über den Rhein fanden. Heine war sowohlMitarbeiter an den „Deutsch-französischen Jahrbüchern", die vonMarx und Rüge herausgegeben wurden, wie an dem „Vorwärts",dem Wochenblatt Heinrich Börnsteins. Die „Jahrbücher" ver-schwanden bald wieder von der Bildfläche, da die beiden Redakteure