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Heinrich Heine
Entstehung
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Radikale Richtung

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den Scharfsinn, die Energie und die Geschicklichkeit des jungenFreundes, er bewunderte aber beinahe noch mehr seine Respekt-losigkeit und seine Frechheit. Mit größter Sorge, wie er ihm selberund seinem Vater in Breslau schrieb, dachte er an die Zukunft desfrühreifen Jünglings, der mit dem grenzenlosesten Ehrgeiz eine aus-schweifende Genußsucht verband, der die größten Fähigkeiten besaß,aber noch größere in seiner maßlosen Eitelkeit vorspiegelte. Heineerkannte auch diese Seite seines Charakters und bezeichnete ihn oft trotzseiner Bewunderung als einen Komödianten, der einst das OpfereinerCabotine" (Schmierenschanspielerin) werden würde. Auchdarin hat er recht gehabt, denn etwas Besseres war Helene v. Dönnigesnicht, durch die Lassalle den Tod fand, wenn sie auch die Brettererst lange nach dem Tode dieses begabten Theaterhelden betrat.

Durch den Umgang mit diesen Männern glitt Heine in eineradikalere Richtung, die den Anschauungen derLutetia" und desAtta Troll", wenn man das Epos politisch auffassen darf, in keinerWeise entsprach. Hatte er in seinen Berichten für dieAllgemeineZeitung" die konstitutionelle Monarchie verteidigt und sogar dasparlamentarische System verworfen, so machte er gleichzeitig gemein-same Sache mit den schärfsten Republikanern und wurde Mitarbeiteran ihrer Zeitschrift. Durch diesen Widerspruch schuf er sich Feindein beiden Lagern und wurde von keiner Seite ernst genommen.Er erschien unzuverlässig, ja man zieh ihn des Verrates und schobihm unlautere Beweggründe unter. Die Zeitgenossen begriffen nichtund konnten auch nicht begreifen, daß diese Zweideutigkeit durchHeines historische Stellung bedingt war, daß er ein Romantikerwar, der sich in die Gegenwart verirrt hatte, ein Sproß der Ver-gangenheit, der sich in dem Realismus des Tages nicht zurecht-finden konnte. Heines Stellung an der Wende zweier Zeiten erklärtsein Schwanken, er war in die Widersprüche des Jahrhundertsverstrickt und wie viele andere nicht stark genug, seinen eignengraden Weg zu finden. Wenn er damals Friedrich Wilhelm IV.verspottete, weil er sich zugleich für Sophokles und die Knutebegeisterte und heute vorwärts, morgen rückwärts ging, so konnte