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Heinrich Heine
Entstehung
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516
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XVIII. Lutctia

Klingelt schalkhaft nicht dazwischendie bekannte Schellenkappe?

„In die Nachtigallenchörebricht herein der Bärenbrummbaß,dumpf und grollend, dieser wechseltwieder ab mit Geisterlispeln!

„Wahnsinn, der sich klug gebärdet!

Weisheit, welche überschnappt;

Sterbeseufzer, welche plötzlichsich verwandeln in Gelächter!" . , .

Ja, mein Freund, es sind die Klängeaus der längst verschollnen Traumzeit;nur daß oft moderne Trillergaukeln durch den alten Grundton.

Die „modernen Triller" wie die Verzauberung des Schwaben-dichters empfinden wir heute als Störung, für die Zeitgenossenbesaßen sie einen besonderen Reiz. Sie zerreißen die Stimmung derSommernacht, den wunderbaren Bären- und Geistertranm, undmahnen uns daran, daß dieser Dichter nicht nur ein großer roman-tischer Genius war, sondern leider auch ein literarischer und poli-tischer Klopffechter.

Als Form hat Heine reimlose, vierfüßige Trochäen gewählt,von denen immer vier zu einer Strophe zusammengefaßt sind.Man rühmt diesem Versmaß nach, daß es in seiner Monotoniedie Plumpheit des Bärentanzes glücklich abmale. Es mag sein.Aber Heine weiß diesen Vers auch für andre Zwecke zu gebrauchen,er gibt ihm eine Grazie und Schmiegsamkeit, eine hüpfende Elastizitätund Beweglichkeit, daß er sich jeder Stimmung und jeder Empfin-dung anpaßt. Die Schilderungen der Gebirge, die Nachtfahrt überden gespenstischen See, das Bild der drei Göttinnen des Geister-zuges sind gewiß frei von jeder Plumpheit. Der Rhythmus gehthier völlig in der Stimmung ans. Der Klassiker bewegt sich indem steigenden Rhythmus, der der deutschen Sprache gemäß ist,der Romantiker in dem fallenden, der im Widerspruch zur Spracheverläuft, der eine im Jambus, der andre im Trochäus, um diese