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XVIII, Lutetia
manchmal auch gestunken habend;kein Talent, doch ein Charakter!"
Stellte der Bär den Zeitgeist mit all seinen Tendenzen dar, soist der Dichter der Vertreter der Romantik, der „tote Sohn derHexe" der der Reaktion, der noch stark genug ist, den Bären zufällen, obgleich er selber längst gestorben ist und nur durch Hexen-gift zum Scheinleben erweckt wird. Das zweck- und tendenzloseGedicht hat also eine sehr ausgesprochene Tendenz, wenn sie auchdarin besteht, alle Tendenz zu verneinen. Es zerfällt in zwei Teile,in dem ersten spielt der Bär, in dem zweiten der Dichter die Haupt-rolle. Der eine deklamiert im Sinne der Tendenzpoesie, der andreträumt im Geiste der Romantik. Er träumt das, was eben nurdas Hirn eines Romantikers träumen kann, von toten Vögeln, dieplötzlich lebendig werden und die klügsten Reden halten, von einemMops, der aber kein Hund ist, sondern ein verzauberter Dichteraus Schwaben, der das Übermaß seiner Tugend in Tiergestaltbüßen muß. Das ist der Spuk in der Hexenhütte, draußen abersieht es noch toller aus. Da braust im Mondenschein der Sommer-nacht mit „Peitschenknall, Hallo und Hussa" die wilde Jagd vorüber,die Scharen des Lebensgenusses. Im Vortrab der „große Heide"Goethe und Shakespeare, den Heine als Sensualisten feiert, ihnenfolgt die Griechengöttin Diana, die Fee Abunde und die JüdinHerodias, die sich das Haupt des Täufers geben ließ, weil sie ihnliebte. Alle können im Grab keine Ruhe finden, weil ihnen „Kreuzund Qual verhaßt" war, weil sie der fröhlichen Lust der Sinnegehuldigt haben. Auch in diesem Fall könnte man Heine den Vor-wurf machen, daß er die Zeichen der Zeit falsch gelesen habe. DieRomantik stand dem Nazarenertum näher als dem sinnenfrohenHellenismus; nicht sie, sondern die gegnerische Richtung kämpftefür die Emanzipation des Fleisches. Aber die Romantik erweitertsich zur Kunst selber, und Kunst ist Sinnlichkeit. Die wilde Jagdder Kunst zieht als Traum der Sommernacht vor dem Auge desDichters vorüber, sie, die von der Trivialität der Tagespoesie ver-bannt ist, braust triumphierend über ihre Kleinlichkeit hinweg.