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Heinrich Heine
Entstehung
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509
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Die Tendenzpvesie

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von Fallersleben hat die Poesie ein Ende." Die Kunst, die erselber durch seine Polemik und seinen unkünstlerischen Gebrauch inGefahr gebracht hatte, galt es vor dem Untergang zu retten, denndas, was die neuen Sänger an die Stelle der zerstörten Romantiksetzen wollten, gefiel unserm Dichter ganz und gar nicht.

Gewiß waren diese Gedichte zum großen Teil schlecht, vielfach trivialund durchweg phrasenhaft. Die Gesinnung überwog den Geist unddie Kunst, aber gerade auf die Gesinnung pochten die neuen Dichter,denn in ihr lag die Stärke ihrer Poesie. Heine hatte Recht zu seinemSpott, daß nach ihrer Ansicht „die braven Leute freilich in derRegel sehr schlechte Musikanten seien, dafür aber seien die gutenMusikanten gewöhnlich nichts weniger als brave Leute, die Brav-heit aber sei in der Welt die Hauptsache, nicht die Musik". Heinewar viel zu sehr Romantiker, als daß er nicht bei der entscheiden-den Wahl zwischen Kunst und Leben der ersteren den Vorzug ge-geben hätte, er war aber auch zu sehr Dichter, um diese gereimtenLeitartikel nicht lächerlich zu finden. Wenn ihm die Leute vor-warfen, daß er „ein Talent, doch kein Charakter" sei, so konnte'erden Spieß umkehren: Diese Dichter mochten Charaktere sein, aberTalent besaßen sie nicht. Ihre Reimereien erschienen ihm von einererschreckenden geistigen Armut, ihre Auffassung der Freiheitsidee,die ihm „in herrlichster Klarheit und Größe beständig" vorschwebte,unsagbar „roh, plump und täppisch". Er fühlte sich berufen, die„unveräußerlichen Rechte des Geistes", d. h. die Reinheit der Poesiegegen den Ansturm der Barbaren zu verteidigen. Die große Kluftzwischen Tagesliteratnr und Dichtung, zwischen Kunst und Unkunsttrennte Heine von den Dichtern der neuen Schule, sie wollten durchden Stoff, er durch die Form wirken. Er selbst hat den Gegen-satz in der „Lutetia" klar formuliert, indem er erklärte, daß dieFreiheit des Geistes in der Kunst sich durch die Behandlung, durchdie Form, in keinem Fall durch den Stoff offenbare: „Wir könnenim Gegenteil behaupten, daß die Künstler, welche die Freiheit selbstund die Befreiung zu ihrem Stoffe gewählt, gewöhnlich von be-schränktem, gefesseltem Geiste, wirklich Unfreie sind. Diese Bemerkung