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Heinrich Heine
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XVIII. Lutetia

für diese Berichte die Bezeichnung „souveräne Feuilletons" geprägt.Er verband damit den Begriff des Lobes, heute werden wir dasWort Feuilleton betonen und damit ungefähr das Richtige treffen.Es sind Zeitnngsaufsätze, die wohl durch die Form, nicht aberdurch den Inhalt den Meister verraten.

Ein Vergleich mit den „Französischen Zuständen" drängt sichauf; Heine hat ihn selber vorgenommen und dadurch den Literar-historiker gezwungen, ihm auf diesem Wege zu folgen. Auch jeneBerichte enthalten keine Geschichte, sondern nur Journalistik, abersie wurden getragen durch die glühende Begeisterung des Verfassers.Er glaubte an den Fortschritt der Menschheit, er war überzeugt,daß sie durch die Julirevolntion einen großen Schritt nach vor-wärts getan habe, er schwärmte für die Freiheit, er vergötterte Parisals die Stätte der großen Weltentscheidung, er sah in den Fran-zosen die Träger der unsterblichen Revolutionsidee, der Saint-Simo-nismus bot ihm eine neue Religion, von der er inbrünstig dieEinigung und Beglückung der gesamten Völker dieser Erde er-wartete, sein Herz weitete sich, wenn der Name Napoleon aus-gesprochen wurde. Selbst sein Haß gegen Adel und Klerus war viel-leicht etwas unreif, aber doch stark. In den Artikeln von 1832 glühteim Guten wie im Bösen das Feuer der Jugend. Das war voreinem Jahrzehnt. Heine ist seitdem älter und klüger geworden, jasogar sehr klug und sehr verständig. Er gebraucht seine Feder mitder Sicherheit eines Virtuosen. Er selbst sagt in dem Buch voueinem Musiker: „Je nüchterner und herzloser der Violinspieler,desto gleichförmiger wird immer seine Exekution sein, und er kannauf den Gehorsam seiner Fiedel rechnen, zu jeder Stunde, an jedemOrte. Aber diese gepriesene Sicherheit ist doch nur das Ergebniseiner geistigen Beschränktheit, und eben die größten Meister warenes, deren Spiel nicht selten abhängig gewesen von äußeren undinneren Einflüssen." So geht es Heine selber. Wie er schon in den„Neuen Gedichten" den ganzen lyrischen Apparat mit unfehlbarerSicherheit behandelte, so den journalistischen in der „Lutetia". Erschreibt über Kunst und Politik, über Literatur und Volksleben, er