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Heinrich Heine
Entstehung
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494
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494 XVIII. Lutetia

zu dem Tanz der Leidenschaft;auch die Geigen, sie verstummen.

Es erlöschen auch die Lampen,die das wilde Licht ergossenauf den bunten Mummenschanz;auch die Lampen, sie erlöschen. sl, 234.)

Der Glanz erlosch, es wurde trüber um den Dichter. Selbstder Mutter, der er sonst alles Unerfreuliche verschwieg, klagte erüber „eine ungeheure Müdigkeit des Geistes", die auf ihm lastete.Auch über das häufige, wohl mehr seelische, Alleinsein beschwerteer sich. Der Katzenjammer des Aschermittwochs folgte dem Rauschdes Genusses. Heine fühlte sich unbehaglich in einer Welt, die ihmkeine neuen Reize zu bieten hatte, ja die sich anschickte, über ihnhinwegzuschreiten.

Es ist kein Zufall, daß Heine damals die seit Jahren unter-brochene Berichterstattung für die „Allgemeine Zeitung" wiederaufnahm. Es geschah in dem Wunsch, dem Publikum dieses Welt-blattes, das nicht nur in Deutschland, sondern als einzige deutscheZeitung auch im Ausland gelesen wurde, den Beweis zu liefern,daß er trotz der Verunglimpfung noch der Alte, noch immer dererste Publizist Deutschlands sei. Er nahm seine Aufgabe vielernster als das erstemal, wo der leichte Geldgewinn für ihn dieHauptsache war. Er stellte die neuen Aufsätze weit über die alten,und als er dies „daguerrotypische Geschichtsbild" 1852 zum Buchgestaltete, verwendete er die größte Mühe darauf, um dieser„Chrestomathie guter Prosa" eine dauernde Stellung in derdeutschen Literatur zu verschaffen. Alles, was der Zensor seinerzeitin dem Stuttgarter Blatt getilgt hatte, wurde, soweit es möglichwar, wiederhergestellt, und neue erklärende Zusätze beigefügt. Aberbei allen diesen Arbeiten war Heine bemüht, die „ursprünglicheZeitfarbe" zu erhalten. Er wollte, wie er in der Widmungan den Fürsten Pückler erklärte, durch „eine künstlerische Zu-sammenstellung aller dieser Monographien ein Ganzes liefern,welches das treue Gemälde einer Periode bildete, die ebenso wichtig