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XVII, Novellistik
Die Genußfreudigkeit der neuen Lehre, die heilige Umarmung desObjektes, erschien ihm als das geeignete Mittel, über den „Phrasen-nebel, die Pimperlichkeit und die Sentimentalität" hinauszukommen.Es handelt sich bei den „Verschiedenen" also mehr um einenliterarischen Versuch als um ein unmittelbares Ausklingen derEmpfindung, zum mindesten die Zusammenstellung dieser Gedichtezu einem Zyklus entsprach mehr einem Programm als einempersönlichen Bedürfnis des Dichters. Die Unmoral des Werkeswird freilich dadurch nicht gebessert, daß sie aus dem literarischenStandpunkt des Verfassers erklärt und bis zu einem gewissen Gradgerechtfertigt werden kann.
Wenn alles göttlich ist, gibt es nichts Gemeines. Die Dirnewird zur Priesterin der sensualistischen Religion. Der Dichterschildert seine Straßen- und Zufallsbekanntschaften mit tagebuch-artiger Genauigkeit und nach seiner Auffassung befitzt er ein Rechtdazu, denn in jeder dieser Einzelheiten offenbart sich seine saint-simonistische Gottheit. Die neue Lyrik ist realistisch. Der Verfassererzählt, daß er mit einer dieser Damen zu Mittag speist, mit derandern „Robert den Teufel" besucht, mit einer dritten sich betrinkt,mit der vierten spazieren fährt und mit der fünften auf einemEsel reitet. Diese Abwechselung und diese Abenteuer mögen ja fürdie Beteiligten recht amüsant sein, aber zu einer Erneuerung derLyrik reichen sie nicht aus. Das neue Prinzip erwies sich nichtals lebensfähig. Der Genuß straft sich selber Lügen und ver-rauscht schnell:
Dieser Liebe toller Fasching,dieser Taumel unsrer Herzengeht zu Ende, und ernüchtertgähnen wir einander an!
So schließt die Liebe zu Angelique, und in gleicher Weise endendie andern „Amouren". Die Liebenden gähnen sich an und habeneinander nichts mehr zu sagen:
Schon mit ihren schlimmsten Schattenschleicht die böse Nacht heran;