Florcntinische Nächte
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Inbrunst wohnte in diesen Klängen, die manchmal kaum hörbarerzitterten wie geheimnisvolles Flüstern auf dem Wasser, dannwieder süßschauerlich anschwollen wie Waldhorntöne im Mondscheinnnd dann endlich mit ungezügeltem Jubel dahinbrausten, als griffentausend Barden in die Saiten ihrer Harfen und erhüben ihreStimmen zu einem Siegeslied. Das waren Klänge, die nie dasOhr hört, sondern nur das Herz träumen kann, wenn es desNachts am Herzen der Geliebten ruht. Vielleicht auch begreift siedas Herz am hellen lichten Tage, wenn es sich jauchzend versenktin die Schönheitslinien und Ovalen eines griechischen Kunstwerks..."
Die zweite „Nacht" ist schwächer, sie enthält eine Novelle imStile Arnims. Maximilians Liebe zu Mlle. Laurence, die Mariadurchaus erfahren wollte. Auch diese Laurence ist kein gewöhnlichesMädchen, sie ist „ein Totenkind, ein Vampyr", sie erhebt sich nachtsaus den Armen des Geliebten, um im Schlafe zu tanzen, und imTanz begreift sie die Dinge, die ihr im Leben unbegreiflich waren.Sie ist ein Produkt der Romantik, und romantisch ist auch ihreUmgebung, ein gelehrter Hund, ein fechtender Zwerg, einebösartige Komödiantenmutter, kurz der ganze unwahrscheinlicheRealismus, der mehr geträumt als gesehen ist. Laurence heirateteinen alten bonapartistischen General, und Maximilian wird trotzder nächtlichen Tänze und anderer UnWahrscheinlichkeiten ihr Ge-liebter, während Zwerg und Hund eines rührseligen Todes sterben.
In die beiden „Nächte" hat der Dichter viel von seinen eignenErlebnissen verwebt. Er selbst hatte wie Maximilian einst den Zauberder katholischen Mystik empfunden, er selbst hatte ein einsamesLeben in Potsdam geführt, in Hamburg Paganini gehört nndspäter in Paris mit Bellini, Liszt und Rossini verkehrt. „Ich liebedie Musik sehr, ich habe aber selten das Glück, gute Musik zuhören", klagte er noch aus der Matratzengrust. Auch was Maxi-milian über Paris und London, über Franzosen und Engländersagt, entspricht genau den Schilderungen der „Französischen Zu-stände" und der „Englischen Fragmente", aber trotzdem muß mansich hüten, den Verfasser und den Helden der Erzählung zu