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Heinrich Heine
Entstehung
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446
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XVI. Häusliche Sorgen

hältnis wieder auf. Im nächsten Jahr machte er noch einen Versuch,sich von Mathilde zu trennen. Er wollte auf längere Zeit nachItalien reisen nnd sich dort mit Liszt treffen. Er fuhr auch überAix und Avignon nach Marseille und hatte sich schon nach Neapeleingeschifft. Ein Unfall im Hafen verhinderte die Abfahrt und derDichter betrachtete dies als ein böses Vorzeichen, vielleicht benutzteer es auch als selbstbetrügerischen Vorwand, um über Lyon nachHause zu fahren.

Tannhäuser, unglücksel'ger Mann,der Zauber ist nicht zu brechen.

Der Teufel, den man Venus nennt,er ist der Schlimmste von allen;erretten kann ich dich nimmermehraus seinen schönen Krallen.

Mit deiner Seele mußt du jetztdes Fleisches Lust bezahlen,du bist verworfen, du bist verdammtzu ewigen Höllenqualen."

Seit dieser Zeit lebte er zunächst in freier Ehe mit Mathildezusammen. Er dachte wohl an eine dauernde, aber nicht lebens-längliche Gemeinschaft, er wußte nicht, ob sie bei ihm ausharrenund ob er es bei ihr aushalten würde. Er hielt sich deshalb dastrübe Ende" stets vor Augen, um nicht von dem dunkeln Augen-blick bezwungen zu werden. Aber trotz zahlreicher Differenzen kames nicht zum Bruch, im Gegenteil, am Vorabend des Duells mitStraus ließ Heine seine Ehe durch den katholischen Priester ein-segnen unter der Verpflichtung, etwaige Kinder im römischen Glaubenzu erziehen. Er wußte, daß er auf Nachkommenschaft nicht zurechnen hatte, aber er wußte damals auch, daß er und Mathildebis an ihr Ende zusammenbleiben würden. In ihrer Stellungmachte die Legitimierung der Verbindung keinen Unterschied. Siewar schon vorher stets als Madame Heine aufgetreten, und derDichter wachte eifersüchtig darüber, daß sie wie seine Frau be-handelt wurde. In Wirklichkeit blieb sie, ob mit oder ohne kirch-lichen Segen, immer seine Geliebte. Ihr Zusammenleben wird