Mathilde
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litt unter Mathildens „wahnsinniger Leichtfertigkeit", die den Preisihrer Tugend genießen und die geistlosesten Zerstreuungen vonParis auskosten wollte. Es kam zu einem Bruch, und der Dichternahm eine Einladung der Fürstin Belgiojoso auf ihr SchloßJonchsre bei Saint-Germain an. Sie erfolgte in der Absicht, ihnaus den Armen Mathildens zu retten, „Die.Landluft, ein Rasen-platz zum Hinstrecken, ein Baum, der über Ihrem Haupte rauscht,werden Ihnen vielleicht gut tun." Heine selbst fühlte, daß er indieser edleren Gesellschaft genas. „Ich glaube," schrieb er, „meinGeist ist von aller Schlacke gereinigt, meine Verse werden schönerwerden, meine Bücher harmonischer . . . Vor allem Unklaren undUnedeln, vor allem, was gemein und müffig ist, habe ich in diesemAugenblick einen wahren Abscheu." Die Gegenwart des „schönsten,edelsten und geistreichsten Weibes" verdrängte das trübe Bild desPariser Ladenmädchens. Aber kaum hatte der Dichter ihr gastlichesHaus verlassen, um in dem Seebade Boulogne einige stille Wochenzu verleben, so fühlte er, daß er doch verdammt sei, nur das„Niedrigste und Törichtste zu lieben". „Begreifen Sie, wie daseinen Menschen quälen muß, der stolz und sehr geistreich ist?"klagte er Laube. Tannhänser verfiel wieder der Frau Venus, eswar umsonst, daß er sich aus ihren Armen ermannt hatte. Es istsein eignes Schicksal, das er in dem Gedicht dargestellt hat:
„Ein armes Gespenst bin ich am Tag,des Nachts mein Leben erwachet,dann träum' ich von meiner schönen Frau,sie sitzt bei mir und lachet.
„Sie lacht so gesund, so glücklich, so toll,und mit so weißen Zähnen!
Wenn ich an dieses Lachen denk',so weine ich plötzlich Tränen.
„Ich liebe sie mit Allgewalt,nichts kann die Liebe hemmen!
Das ist wie ein wilder Wasserfall,du kannst seine Fluten nicht dämmen!" (I, 247.)
Unmittelbar nach seiner Rückkehr nach Paris nahm er das Ver-