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XV, Kämpfe
und sachlichen Vorzüge des Buches hinwies. Selbst Börnes ehe-malige Feinde benutzten die Gelegenheit, um den Charakter gegendas Talent zu schützen. Das Verdienst Heines wurde von niemandanerkannt, daß er es gewagt hatte, die entsetzliche Ideenarmut undden geistigen Terorismus des damaligen Liberalismus aufzudecken.Es gehörte Mut dazu, den Liberalen ins Gesicht zu sagen, daß dieDenkfreiheit nicht nur nach rechts, sondern auch nach links geschütztwerden müsse, daß die Leute nicht aus Gesinnung, sondern ausGesinnungslosigkeit auf die Republik schworen, „denn um Repu-blikaner zu sein, dazu braucht man wenig zu wissen, und umKatholik zu sein, braucht man gar nichts zu wissen, sondern manbraucht nur zu glauben". Das waren bittre Wahrheiten, die derliberale Eigendünkel nicht vertragen konnte, und Heine durfte sichnicht wundern, daß er gesteinigt wurde. Der „Börne" war inseiner äußern Wirkung ein Mißerfolg, eine persönliche Katastrophefür seinen Verfasser. Campe bezeichnete ihn als Heines „russischenFeldzug" und schlug ihm vor, den ungünstigen Eindruck durch einneues Werk, am besten durch einen Roman zu verwischen, aberdieser zweifellos für den Verleger sehr praktische Ausweg leuchtetedem Dichter nicht ein. Er dachte an eine Gegenaktion durch diePresse, aber es zeigte sich, daß er auf niemand als auf Laubeund sein für diesen Zweck wenig geeignetes Blättchen zu zählenhatte. So schwieg er und ließ den Sturm austoben zur Enttäuschungvieler seiner Angreifer, die sich gern durch ein Blätterduell mitHeine einen Namen gemacht hätten.
Frau Wohls beleidigtem Ehemann genügte aber die allgemeineAblehnung des „Börne" nicht, er brauchte seine Privatrache. Diese„feinste Blüte des Frankfurter Ghetto" fuhr blut- und rache-schnaubend nach Paris und behauptete bei seiner Rückkehr, er habeden Beleidiger seiner Frau auf der Rue Richelieu vor aller Weltgeohrfeigt. Merkwürdigerweise wußte die „Mainzer Zeitung" schonzwei Tage vor dem Ereignis von Herrn Straus' Heldentat, alsoehe sie angeblich begangen wurde. Heine deinentierte, Herr Straussei der letzte, der es wagen dürfte, ihn zu prügeln. Drei Zeugen