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Heinrich Heine
Entstehung
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Gegen Börne

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stellten sich ein, die den Vorgang gesehen haben wollten. Sie mußtenaber bald zugeben, daß sie nur davon gehört hatten, ja daß dereine zu der fraglichen Zeit gar nicht in Paris gewesen war. GabrielRießer, der stets wortreiche, mischte sich ein, er konnte zwar nichtbehaupten, daß Heine geschlagen worden sei, aber doch daß erSchläge verdient habe. Nach endlosen Verhandlungen, die sich vomJuni bis September hinzogen, kam es endlich zum Duell, bei demsich Herr Straus mutiger benahm, als Heine nach seiner Scheuvor dem Zweikampfe erwartete. Er verwundete den Dichter durcheinen ungefährlichen Streifschuß an der Hüfte, während dieser indie Luft schoß.

Damit endete der Kampf um die Leiche Börnes und die Ehreder Frau Wohl. Mit der völlig grundlosen Verunglimpfung ihrerPerson beging Heine eine Niederträchtigkeit. Wie im Falle Platensuchte er den Gegner durch Enthüllungen aus seinem Privatlebenzu vernichten; ja die Wiederholung des unlantern Manövers er-scheint beinahe noch schlimmer, da es zweckloserweise gegen einenToten unternommen wurde und unbeteiligte Dritte in Mitleidenschaftzog. Selbst wenn Heine erst nachträglich über die Unrichtigkeitseiner Angabe aufgeklärt wurde, so bot der verspätete Widerrufeine schwache Sühne für sein Verhalten. Daß er bereit war, dieerwiesene Unwahrheit in einer neuen Auflage desBörne" weg-zulassen, war nur selbstverständlich. Doch dazu kam es nicht, derAbsatz des Buches entsprach nicht der Sensation. Durch die grund-lose Verleumdung schadete Heine sich selber am meisten. Die falscheBehauptung gab den Gegnern das Mittel an die Hand, die ganzeSchrift als Verleumdung abzutun. Sie bereitete dem Dichter vielÄrger, und aus diesem Grunde, nicht weil er seine Ansicht überBörne geändert hatte, bedauerte er sie später, wie aus einem Ge-spräch mit Meißner hervorgeht:Was ich über ihn geschrieben, istwahr, dessenungeachtet gestehe ich, daß ich es nicht geschrieben zuhaben wünschte oder es gern wieder zurücknähme. Es ist immereine bedenkliche Sache, eine gehässige Wahrheit gegen einen Autorauszusprechen, der einen großen Leserkreis und ein Heer von An-