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Heinrich Heine
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426
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426 XV. Kämpfe

seine Verfolger als böswillige Tyrannen hinzustellen. Das sah auchdie Preußische Regierung ein, sie beeilte sich, den überspannten Bogenzu lockern, und erklärte, daß sie nicht die gesamte schriftstellerischeTätigkeit der geächteten Autoren verhindern wolle, sondern daßsoivohl ihre bisherigen wie künftigen Werke vertrieben werdendürften, wenn sie von der preußischen Zensur gebilligt seien. Laubekonnte wieder die „Elegante Welt", Gutzkow den „Telegraphen",Mündt den „Literarischen Zodiakus" redigieren. Heine setzte allein denKampf fort. „Ich vertrete in diesem Augenblick den letzten Fetzendeutscher Geistesfreiheit," schrieb er stolz an Campe. Er weigertesich, seine Werke der preußischen Zensur zu unterwerfen. Er undsein Verleger heckten alle möglichen Listen und Pläne aus, umdiese Bestimmung zu umgehen. Heine stellte einen absolut zahmendritten Teil des Salons aus den novellistischen „FlorentinischenNächten" und der Studie „Elementargeister" zusammen, teils um derZensur trotz ihrer Nichtbeachtung ein Einschreiten unmöglich zu machen,teils um die Vorrede (IV, 365), die Brandmarkung Menzels alsDenunziant, durchzukosten. Der Band erschien endlich mit hessischem„Imprimatur", aber ohne die Vorrede. Trotzdem wurde er inPreußen verboten und die Vorrede mußte in einer besonderen Bro-schüre erscheinen, die endlich auch von einem milderen Zensor nacheinigen Verstümmelungen gebilligt wurde.

Heine wäre der letzte gewesen, den Vorstoß Menzels ohne diegebührende Antwort hinzunehmen. Er bedurfte der Rache. „Ichbin nicht vindikativ," schrieb er bei einer andern Gelegenheit übersich selber, „ich möchte gern meine Feinde lieben, aber ich kannsie nicht lieben, ehe ich mich an ihnen gerächt habe." Menzel liebteer gewiß nicht, aber die Rache war dadurch erschwert, daß er früherfreundschaftlich mit ihm verkehrt, seine Tätigkeit belobt und diesesLob in Briefen niedergelegt hatte, die der Gegner besaß. Heinewar dadurch zur Mäßigung gezwungen und mußte Menzels Ver-dienste um die deutsche Literatur zugeben. Auch auf die Zensurmußte er Rücksicht nehmen, wenn seine Schrift überhaupt erscheinensollte. Aus diesem Grunde stellte er seine eigne politische Tätigkeit