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XV. Kämpfe
Ausbruch sinnlichen Rausches, sondern die Szene ist langweiligund nüchtern. Wally erledigt nur einen Punkt des Programms,und nur weil das Programm es fordert, stößt sie sich späterden Dolch in die Brust. Diese Art der Sinnlichkeit war gewißnicht imstande, wie Wienbarg wollte, den großen Riß zwischenHerz und Welt, zwischen Ideal und Wirklichkeit zu schließen, dendas Christentum geschaffen. Die Jnngdeutschen standen Heine durchihre Feindschaft gegen die Religion nahe, durch den Glauben, daßihr Spiritualismus das größte Hindernis der Menschheitsbeglückungsei. Das Band war nicht sehr stark, in der Form dagegen sindalle diese Schriftsteller mehr oder weniger Nachahmer unsresDichters. Mit seinem Stil, mit den Waffen seines Witzes undSpottes bekämpften sie die Gesellschaft, freilich nicht mit seinemGeschick und ohne eine Spur seiner Grazie.
Heine kannte von den Jungdeutschen persönlich nur Wienbargvon Hamburg her und außerdem korrespondierte er mit Laubeseit 1833. Beiden zollte er in der „Romantischen Schule" diehöchste Anerkennung, die auch auf den fremden Gutzkow undSchlesier ausgedehnt wurde. Er rühmte dort Laube eine „weit-anstönende Ruhe, eine selbstbewußte Größe und eine stille Sicher-heit" nach, Gutzkow die „schönsten Eigenschaften der schaffendenKraft und des urteilenden Kunstsinnes", Wienbarg und Schlesiersind „zwei höchst ausgezeichnete Schriftsteller". Wienbargs „Ästhe-tische Feldzüge" verdienen diese Anerkennung, aber es war diesembegabten Schüler Hegels leichter, das Programm des „JungenDeutschland" aufzustellen, als den andern, es in der Poesie zuverkörpern. Gutzkows und Laubes Werke, selbst die späteren undbesseren, finden heute kaum noch Leser, ihre Stücke werden nurnoch ausnahmsweise gegeben; ihre ersten Werke, die damals vorlagen,rechtfertigten Heines Lob in keiner Weise. Laubes „Reisenovellen"waren eine plumpe Nachahmung der „Reisebilder", Gutzkows„Maha Guru" ein unreifer Versuch eines altklugen Jünglings,seine Zeit in eine Dichtung zu bannen, und seine „Wally" einanstößiger Leitartikel, der zweckloserweise in die Form eines Romanes