Das Junge Deutschland
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gekleidet ist. Unser Dichter ließ sich durch die Tendenz der Schriftenblenden. Die Wortführer des „Jungen Deutschland" mit Aus-nahme Theodor Mündts bekannten sich zu ihm und hoben ihn aufden Schild, und darum identifizierte sich Heine mit ihnen undmachte ihre Sache zu der seinen. Ein Schlag, der gegen dieseGruppe geführt wurde, mußte auch ihn treffen. Nach seiner ganzenHaltung mußte das „Junge Deutschland" mit der Staatsgewaltzusammenstoßen. Seine Anhänger verkündeten ja laut und ver-nehmlich, daß sie die Gesellschaft umstürzen wollten, gebürdetensich überhaupt viel wilder und unvorsichtiger als ihr klügererMeister in Paris. Der Zusammenprall war unvermeidlich, unddie Art, wie er erfolgte, hat eine untergeordnete Bedeutung.
Wolfgang Menzel übernahm die nicht beneidenswerte Rolle,ihn herbeizuführen. Er stand bisher mit Heine und den Jung-deutschen auf bestem Fuß. Freilich hatte ihn die Julirevolution ineine mehr nationale Richtung abgedrängt, während seine Freundein das internationale und französische Fahrwasser gerieten. Dochder Gegensatz war noch latent, und Heines Pariser Schriften, selbstdie Schmutzereien des „Schnabelewopski" wurden von Menzel an-erkennend besprochen. Er berief sogar Gutzkow als seinen Gehilfenan das „Literaturblatt". Doch dieser wollte nicht nur den Hand-langer spielen und einen selbständigen Mitarbeiter konnte Menzelnicht gebrauchen. Es kam zum Zerwürfnis, Gutzkow verließ Stutt-gart und fand in Frankfurt bei dem „Phönix" eine neue Stellung,wo er das von Menzel erlernte literarische Scharfrichteramt weiterausüben konnte. Das war verdrießlich für den älteren Rezensenten,noch verdrießlicher aber, daß Gutzkow dort im Verein mit seinemFreunde Wienbarg den Plan einer großen „Deutschen Revue" imStile der französischen Monatsschriften faßte, die geeignet schien,das „Literaturblatt" auf den zweiten Rang zu verweisen. Litera-rische Gründungen schössen damals wie Pilze aus der Erde, zu-meist gingen sie infolge von Mangel an Geld und Lesern ebensorasch wieder ein. Aber Gutzkow und Wienbarg verfügten diesmalüber reichliche Mittel, sie konnten nicht nur in dem Prospekt der