Druckschrift 
Heinrich Heine
Entstehung
Seite
420
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42g XV. Kämpfe

Judentum und erließ sogar in einer Pariser Zeitung eine Er-klärung, daß'er der evangelischen Konfession angehöre.

Diese Polemik ist ein Beweis für die wachsende Bedeutung desDichters, aber auch für seine zunehmende Unbeliebtheit. Unter denLiberalen besaß er sicher viel Shmpathie, aber doch keine wirklichenAnhänger. Er hatte sich außerhalb der Parteien gehalten und durftesich nicht wundern, daß keine zu ihm stand und ihm den Rückendeckte. Im Gegenteil, sie waren eifriger, ihn abzuschütteln als an-zuerkennen, denn so glänzende Dienste ihnen seine gewandte Federleistete, so galt er doch als ein zweifelhafter, unzuverlässiger Kampf-genosse. Er hatte sich durch seine Widersprüche kompromittiert.Er fühlte das selber und schrieb offen an Meyerbeer:Ich binkein Posa, kein Titus Vespasianus, kein Nathan der Weise; ich binsogar das Gegenteil, kurz es ist viel Bedenkliches über mich zusagen." Unentwegt hinter dem Dichter stand nur eine kleine, mehrliterarische als politische Gruppe, die man mit dem Namen desJungen Deutschland" zu bezeichnen pflegt. Es sind Heinrich Laube,Karl Gutzkow, Ludolf Wienbarg, Gustav Schlesier und GustavKühne. Auch Börne und Theodor Mündt werden dazu gerechnet,obgleich der eine damals schon ein offener Gegner Heines war,der andre ihn in seinemLiterarischen Zodiakus" häufig angriffoder durch Dritte angreifen ließ.. ^

Diese Autoren bildeten keine geschlossene Partei, sie befehdetensich sogar, und doch bestand ein gemeinsames Band zwischen ihnen.Heine fand es in derGanzheit" dieser Schriftsteller, diekeinenUnterschied machen wollen zwischen Leben und Schreiben, die nimmer-mehr die Politik trennen von Wissenschaft, Kunst und Religion,und die zu derselben Zeit Künstler, Tribunen und Apostel sind. . . .Ein neuer Glaube beseelt sie. . . der Glaube an den Fortschrittder Menschheit. . . . Wir haben die Lande gemessen, die Naturkräftegewogen, die Mittel der Industrie berechnet, und siehe, wir habenausgefunden: daß diese Erde groß genug ist; daß sie jedem hin-länglichen Raum bietet, die Hütte seines Glückes darauf zu bauen;baß diese Erde uns alle anständig ernähren kann, wenn wir alle