Schicksal der Vorrede
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sogar in Paris nicht mehr sicher und fürchtete, sein französischesAsyl mit London vertauschen zn müssen. Die Regierung LouisPhilipps war nicht stark genug, um das Verlangen Österreichsund Preußens nach einer schärferen Überwachung und wenigerduldsamen Behandlung der deutschen Republikaner nicht zu beachten.Mehrere von ihnen wurden unter Bruch des politischen Gastrechtesverhaftet oder in die Provinz abgeschoben. Heine fürchtete dasgleiche Schicksal. Es erfolgte jedoch nichts gegen ihn, vielleicht dankder Aussprache mit dem Baron von Werther.
Heines politische Schriften, mochte er selbst auch ihren politischenCharakter bestreiten, wurden nicht nur von den Regierungen verfolgt,sondern stießen auch bei dem Publikum auf starke Gegnerschaft. DieAnhänger des christlichen Bekenntnisses, sowohl des katholischen wiedes evangelischen, wurden durch seine Ausfälle gegen die Religionans das tiefste verletzt, das erstarkende Nationalgefühl durch seineVerherrlichung der Franzosen beleidigt, die Schüler des deutschenIdealismus wurmte die falsche und noch mehr die frivole Aus-legung der Lehre ihrer großen Meister von Kant bis Hegel, unddie gepredigte Rehabilitation des Fleisches rief den Widerspruchweitester bürgerlicher Kreise wach, zumal da sie einseitig als rück-haltlose Entfesselung der Sinnlichkeit und Genußsucht verstandenwurde. Der Kampf um Heine begann. Er wurde von Anfang mitdenselben Gründen geführt wie noch heute. Man warf ihm vor,daß er ein Jude sei, daß er das Christentum hasse, beschimpfeund zu vernichten strebe. Man sprach ihm jeden Sinn für deutschenPatriotismus ab, er schmähe Deutschland, um die Franzosen zuamüsieren, es fehle ihm an nationaler Würde und Rückgrat vordem Ausland. Seine Moral wurde in Zweifel gezogen, man durch-wühlte sein Privatleben und wiederholte mit Behagen schmutzigeErlebnisse, die er in Paris gehabt haben sollte. Jedes sittliche Gefühlwurde ihm abgesprochen, nichts sei ihm heilig, nichts stehe so hoch,daß er es nicht in den Schmutz ziehe. Er selbst wälze sich mitWollust im Kot, schildere in seinen Gedichten das Gemeinste undNiedrigste und predige eine Lehre, die die Welt in ein Bordell
Wolff, Heine 27