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XV. Kämpfe
Befehl Heines eintraf, die gesamte Auflage zn vernichten. Der Volks-tribun war umgefallen, seine Begeisterung und sein Mut warenverflogen, er hielt es selbst von Paris aus nicht für ratsam, sokühne Worte in die Welt zu schicken. Auch dieser Gegenbefehl wurdegenau ausgeführt, und es gelangte kein Stück der umstrittenenVorrede in die Öffentlichkeit. Dagegen ließ sie Heine selber einigeMonate später in der Pariser Ausgabe seiner Berichte, die denTitel „vs in üruiwo" führten, französisch abdrucken. Er mochteannehmen, daß die Veröffentlichung im fremden Land und infremder Sprache weniger aktuell und weniger gefährlich wirkenwürde als in der Heimat. Gleichzeitig erschien ein deutscher Sonder-abdruck, angeblich eine Übersetzung aus dem Französischen, beiHeideloff und Campe in Paris. Heine behauptete, daß sie ohne seinZutun, ja sogar gegen seinen Willen in den Druck gelangt sei, ererzählte sogar eine abenteuerliche Geschichte, wie die berühmte Vor-rede durch eine Unachtsamkeit Campes ihren Weg nach Paris indie Öffentlichkeit gefunden habe. Man wird ihm, zumal da seineÄußerungen sich mehrfach widersprechen, keinen Glauben schenken.
Offenbar wollte er, daß das Schriftstück bekannt wurde, wagtees aber nicht im eignen Namen herauszugeben und wählte darumden unehrlichen Mittelweg, indem er einen Strohmann namensGeiger als Übersetzer vorschob. Es war eins der Manöver, durchdie er den Repulikanern seine Gesinnungstüchtigkeit, den Regierungenseine Mäßigung beweisen wollte. Die Vorrede, schrieb er an Varn-hagen, „rettet mich vielleicht vor dem Laternentod bei der nächstenInsurrektion, indem jetzt meine holden Landsleute mich nicht mehrdes Einverständnisses mit Preußen beschuldigen können. Schuftewie Börne und Konsorten habe ich dadurch unschädlich gemacht."Gleichzeitig aber suchte er den preußischen Gesandten in Paris auf,um ihm zu erklären, daß er nicht feindlich gegen Preußen gesinntsei. Er ließ es gewiß an der Beteuerung nicht fehlen, daß derDruck der Republikaner ihn häufig zwinge, mehr zu sagen, alsmit seiner royalistischen Überzeugung vereinbar sei. Die berühmteVorrede flößte ihm die größte Besorgnis ein. Er fühlte sich