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Heinrich Heine
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XIV. Im journalistischen Dienst

andern letzten Sprößlingen der Nomantik, von Musset, Leopardiund Lermvntofs, den Dichtern, die ihm sonst am nächsten stehen.Aber sein Optimismus scheiterte am Leben. Schopenhauer hätteihm ein neues Lebensgefühl geben können, wie er es dem geistes-verwandten Richard Wagner gab. Er schuf der untergehenden Ro-mantik eine angemessene Weltanschauung, die, wenn sie sie zurrechten Zeit kennen gelernt hätten, Friedrich Schlegel und Bren-tano vor der katholischen Mystik, unsern Dichter vor der entsetz-lichen innern Leere seiner letzten Jahre bewahrt hätte. Das tra-gische Verhängnis aller dieser Männer wollte, daß sie den retten-den Gedanken, der ihrem' Leben neuen Inhalt geben konnte, nichtfanden, obgleich er zum Greifen nah vor ihnen lag.

Man wird auch bezweifeln, daß Heine in seinerGeschichte derReligion und Philosophie" die Zeichen der Zeit immer richtig ge-lesen hat. Zum mindesten werden wir sie heute anders lesen. Abernicht darauf kommt es an. Die Frage, die wir an den Historikerrichten, lautet nicht, wie es gewesen ist?, sondern warum es so seinmußte? Die wirren Ereignisse der Vergangenheit werden erst da-durch zu dem, was wir Geschichte nenuen, daß der Verfasser eiueIdee, einen Zweck in sie hineinlegt, daß er dem Strom der Ge-schehnisse ein Ziel setzt. Dieses Ziel wechselt beständig, und mandarf Heine keinen Vorwurf daraus machen, daß wir heute andreZiele haben und damit die Entwicklung anders betrachten. Esbleibt trotz allem kein geringes Verdienst für ihn, daß es ihm ge-lang, die geistige Entwicklung der Jahrtausende unter einen ein-heitlichen starken Gedanken zusammenzufassen. Wenn man noch inBetracht zieht, daß er in Paris nur sehr dürftige Hilfsmittel be-saß, so wird man auch den Fleiß, die Kenntnisse und die aus-gedehnte Bildung des Verfassers zu schätzen wissen, selbst wennder Kritiker in der Lage ist, ihm eine mehr oder weniger starkeAnlehnung an ältere Werke von Schlegel, Zeune, Sartorius,Dobeneck usw. nachzuweisen.

Der Dichter selbst hegte von derGeschichte der Religion undPhilosophie" keine hohe Meinung. Nicht nur, daß er sich später