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Heinrich Heine
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402
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402 XIV. Im journalistischen Dienst

gäbe trug eine Widmung an Prosper Enfantin, auf dessen Wunschdas Buch überhaupt geschrieben wurde. Wie sich danach erwartenläßt, ist die Tendenz saiut-simonistisch, das Werk soll zeigen, daßDeutschland zur Annahme dieser Lehre reif sei, daß die deutschePhilosophie die Religion so weit untergraben habe, daß das Christen-tum den Sieg der neuen Ideen nicht mehr aufhalten könne. Denrein spiritnalistischen Gottesglauben betrachtet Heine als das Haupt-hindernis des menschlichen Fortschrittes. Wenn er ihn bekämpft, sogeschieht es nicht aus religiösen oder philosophischen, sondern auspraktischen und politischen Gründen, um nach seiner Überwindungdie Glückseligkeit auf Erden zu schaffen, die das Christentum imDiesseits verneinte und in das Jenseits verlegte. So erklärt er feier-lich:Ich glaube an den Fortschritt, ich glaube, die Menschheit istzur Glückseligkeit bestimmt, und ich hege also eine größere Meinungvon der Gottheit als jene frommen Leute, die da wähnen, er habeden Menschen nur zum Leiden erschaffen. Schon hier auf Erden möchteich durch die Segnungen freier politischer und industrieller Justtutionenjene Seligkeit etablieren, die nach der Meinung der Frommen erst amJüngsten Tage, im Himmel, stattfinden soll."

Die geistige Entwicklung der Menschheit stellt sich ihm alsein großer Kampf zwischen dem spiritualistischen und materia-listischen Prinzip, zwischen dem Geist und der Welt dar. DieRehabilitation der Materie", die das Christentum als den Teufelbetrachtet, ist das Ziel der Entwicklung, nicht in dem Sinn,daß sie den Geist verdränge, sondern sich selbst als einen Teildieses Geistes, als gleichberechtigten Träger der Göttlichkeit offen-bare. Das ist die große Revolution, die die deutsche Philosophievon Kant bis Hegel bewirkt hat. Der Deismus ist durch sie über-wunden, der Pantheismus steht bereit, seine Nachfolge anzutreten.In Deutschland ist das einöffentliches Geheimnis". Man wagtes nicht auszusprechen, aber jeder weiß:Wir sind dem Deismusentwachsen. Wir sind frei und wollen keinen donnernden Tyrannen.Wir sind mündig und bedürfen keiner väterlichen Vorsorge. Auchsind wir keine Machwerke eines großen Mechanikus. Der Deismus