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XIV. Im journalistischen Dienst
großer begeisternder Gedanke, wert, von einem Dichter geträumtzu werden. Lange Jahre hat Heine ihm nachgehangen, doch all-mählich schwand seine Begeisterung. Kein großes Ereignis stimmteihn um, keine schwere Enttäuschung bekehrte ihn; die Glut erlosch,weil sie von außen keine Nahrung empfing und weil er selbst nichtreich genug war, sie zu erhalten. Sie erlosch in der Misere desAlltags, in literarischen Klopffechtereien und in der Gemeinschaft mitMathilde. Es war ein trauriges Verglinimen, denn der Saint-Simonis-mus ist die letzte große Idee, die in das Leben des Dichters leuchtete.
Was er in den ersten Pariser Jahren schrieb, steht im Zeichendieser Lehre, vor allem wurde er durch sie in dem Gedanken be-stärkt, die Vermittlung zwischen Frankreich und Deutschland zubetreiben. An sie setzte er seine beste Kraft, er wollte in den beidenLändern das gegenseitige Verständnis erwecken, und durch dasVerständnis die Achtung der einen Nation vor der andern. Fünfgroße Schriften hat er dieser Aufgabe gewidmet. Mit den Auf-sätzen „Französische Maler", „Französische Zustände" und „Überdie französische Bühne" wandte er sich an das deutsche Publikum,während die Schriften „Zur Geschichte der Religion und Philosophiein Deutschland" und „Die romantische Schule" die Franzosen überdas Wesen der deutschen Geisteskultur aufklären sollten.
Der Aufsatz über die „Französischen Maler" (IV, 23) war dieerste Arbeit des Dichters in Paris; es ist eine Beschreibung der Ge-mäldeausstellung von 1831. Heines Kunstinteresse war durch die»Sehenswürdigkeiten der großen Stadt aufs neue erregt, seineNeigung für die Politik stockte und auch praktische Gründe mochtenden Verfasser bestimmen, seine Berichterstattung aus Paris möglichstharmlos zu beginnen. Auf der einen Seite mußte er dort erstFühlung nehmen und das Terrain sondieren, auf der andern sichauf die Bedürfnisse und den Ton des Cottaschen „Morgenblattes"einstellen, in dem seine Berichte zuerst erschienen. Die Schil-derung des alljährliche^ Salons bot keine Gefahr, aber doch dieMöglichkeit, über das Thema hinauszugreifen und allgemeine Be-trachtungen an die Beurteilung der Bilder zu knüpfen.