XIV. I m f o tt r tt a I i ßr i s ch e n Dien sl
'?^ie Julirevolution war in ihrem Verlauf und Wesen beinahe^-^rein politisch. Die soziale Not der Zeit grollte nur in dumpfenUntertönen mit und kam nur in einigen nachträglichen Putschen,besonders in der größten Industriestadt Frankreichs, in Lyon, zumDurchbruch. Die Verkümmerung der Preßfreiheit bildete die Ur-sache der Revolution. ^Die liberalen Politiker riefen die Arbeiterauf die Schanzen und schickten sie wieder nach Hause, als die neueVerfassung fertig war. Aber wenn die Massen diesem Rufe bereit-willig folgten, so geschah es, weil die „Soldaten des Elends", dieproletarischen Arbeiter seit dem Zusammenbruch des Kaiserreichsunter einem unerträglichen wirtschaftlichen Druck lebten. Die napo-leonische Kontinentalpolitik hatte künstlich eine Industrie in Frank-reich gezüchtet, die nur durch die Bedürfnisse des Krieges und durchdie völlige Aussperrung der billigen englischen Konkurrenz gehaltenwurde. Sie hatte große Menschenmassen in die Industriezentrengezogen, die nach dem Frieden, als die bisherigen begünstigendenUmstände wegfielen, unter Absatzstockungen und Lohnherabsetzungenschwer zu leiden hatten. Die soziale Frage tauchte in ihrer er-barmungslosen Schärfe auf. Die Arbeiter selbst konnten nichts zurBesserung ihrer Lage tun, sie waren ohne Organisation, und sowaren ihre vereinzelten lokalen Erhebungen ebenso zwecklos, wiesie leicht unterdrückt wurden. Ihre Notlage aber war zu groß^ alsdaß sie übersehen werden konnte. Sie appellierte an das Mitleidder Menschheit, und es tauchten Pläne auf, wie man das Elendaus der Welt schaffen könne.
Der Sozialismus beginnt seine Arbeit, zunächst unklar und ver-worren bewegt er sich in phantastischen Entwürfen. Er hatte noch vielzu lernen, ehe er praktische Arbeit leisten konnte. Immerhin, das Gewissender Menschheit war erwacht, man studierte die soziale Frage und suchteeine Antwort. Einer der eifrigsten Sucher war der Graf von Saint-Simon und die Antwort, die er erteilte, war in einem kleinen Buche