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XIII, In Paris
Heine hat mit der Zeit einen bedeutenden Einfluß auf diefranzösische Literatur ausgeübt, besonders auf die Lyrik, seine un-mittelbare Wirkung auf das Publikum war dagegen sehr gering.Bücher von Ausländern finden in Frankreich schwer Eingang undselbst die französisch verfaßten Schriften des Dichters blieben dergroßen Masse der Leser fremd und wurden nur in der Pariser liter-arischen und kosmopolitischen Gesellschaft beachtet. Dort warensie eine Sensation. Heine vergleicht einmal die Wirkung seinesBuches mit der, die der Geigenspieler Paganini oder der MörderFieschi hervorrief. Nicht mit Unrecht. Dieselben Kreise, dieses selbelout-Uaris schwärmte heute für den Virtuosen oder diskutierteeine Mordtat und bestaunte am nächsten Tag den deutschen Dichter,der französische Bücher schrieb und Geist zeigte wie ein echterFranzose. Acht Tage sprach man davon, bis ein neues gesell-schaftliches Ereignis das alte ablöste. Heine war eine angestaunteSehenswürdigkeit der internationalen Pariser Gesellschaft, die sich umdie literarischen Autoritäten gruppierte, und in den Häusern der meistebenso internationalen Finanzwelt. Was bedeutete ihnen ein deutscherDichter? Heine sagt es selber: „Ein deutscher Dichter war ehe-mals ein Mensch, der einen abgeschabten, zerrissenen Rock trug,Kindtauf- und Hochzeitgedichte für einen Taler das Stück ver-fertigte, statt der guten Gefellschaft, die ihn abwies, desto bessereGetränke genoß, auch wohl des Abends betrunken in der Gosselag, zärtlich geküßt von Lunas gefühlvollen Strahlen. Wenn siealt geworden, pflegten diese Menschen noch tiefer in ihr Elend zuversinken, und es war freilich ein Elend ohne Sorge, oder desseneinzige Sorge darin besteht: wo man den meisten Schnaps fürdas wenigste Geld haben kann?" Dieses Bild, das selbst auf dieAutoren vor Goethe nicht trifft, ist aus dem Vorstellungskreis derPariser Gesellschaft entworfen. Heine mag seine Freunde in dieserAuffassung bestärkt haben, denn sie bildete ja eine glänzende Foliefür ihn selber. Mußte er nach dieser Schilderung nicht wie einWunder auf die Franzofen wirken? Er war doch auch ein deut-scher Dichter und er trank keinen Schnaps. Er kleidete sich elegant,