Französische Freunde
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Heimat erbittert und haben ihm den Umgang mit den Deutschenin Paris verleidet. Es ist kein Zweifeh daß er den Verkehr mitden Franzosen vorzog. Sie stießen sich nicht an seine jüdische Ab-stammung, sie wußten nichts von seinen unliebsamen, ja sogar un-sauberen literarischen Händeln, sie kannten nur den berühmten DichterZs sxiritusi ^Ilamancl". Im Gegensatz zu Börne, der zwar inFrankreich, aber nicht mit den Franzosen lebte, suchte Heine dieGesellschaft von Paris. Er wollte ja nur nicht wie jener ans Frank-reich auf Deutschland wirken, sondern beide Länder miteinander inVerbindung bringen und geistig durchdringen. Er wollte auch alsfranzösischer Schriftsteller auftreten. Dazu mußte er sich die nötigenVerbindungen schaffen, er mußte, wie er es einmal spöttisch aus-drückte, den „Lohnlakai des eignen Ruhmes spielen".
Das romantisch-historische Prinzip, das sich verspätet auch inFrankreich durchsetzte, gab dem Geistesleben des Landes eine neueBlüte. Die Poesie wies Namen auf wie Victor Hugo, Alfred deVigny, Georges Sand, Lamartine, Msrimse, Theophile Gautierund Dumas psi-s, die Geschichtschreibung Guizot, Mignet, Thiers,die Malerei Horace Vernet, Delaroche, Ary Scheffer, die Naturwissen-schaften Cuvier und Geoffroy Saint-Hilaire. Die Dichter undHistoriker hat Heine alle persönlich gekannt und er war stolz dar-auf, daß er „ainiealsmiznt" mit ihnen Verkehre, aber man darf sichvon diesem Verkehr keine zu großen Vorstellungen machen. Die viergrößten von ihnen, Victor Hugo, Morimoe, de Vigny und Lamar-tine, erwähnen Heines Namen niemals in ihren Schriften und Kor-respondenzen, Thiers und Guizot, die zugleich Staatsmänner waren,sahen in ihm nur den ausländischen Journalisten, dem sie eine be-scheidene Jahresrente zuwandten. Intime Beziehungen bestanden nurzu Theophile Gautier, Mignet und der geistvollen SchriftstellerinGeorges Sand, die Heine als ihren Cousin bezeichnete. Aber auchihr Juteresse galt nicht dem Dichter, von dessen Originalwerkensie ja zunächst keine Zeile lesen konnten, sondern dem gut empfoh-lenen Fremden, dem amüsanten Gesellschafter, mit dem sie im Salonoder Restaurant zusammenkamen.
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