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Heinrich Heine
Entstehung
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367
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Schwankende Haltung

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noch der preußischen. Zunächst freilich hoffte und wünschte er vonihnen nichts, aber er wollte sich auch für die Zukunft den Wegzu ihnen nicht gänzlich versperren. Die Schärfe seiner Waffenzeigte er ihnen gerne, schon um ihnen den richtigen Maßstab desGegners und den Wert seiner Person vor Augen zu halten; aberdas war noch kein Grund, sie so tödlich zu verletzen, daß eineAussöhnung für alle Zeit unmöglich wurde.

Durch diese sich kreuzenden Erwägungen und widersprechendeRücksichtnahme bald auf rechts bald auf links bekommt HeinesHaltung etwas Unaufrichtiges und Halbes. Mit dem einen Augeschielt er nach der Regierung, mit dem andern nach den Radikalen.Sagt er sich beispielsweise in denFranzösischen Zuständen" offenvon dem republikanischen Programm los, so glaubt er es dadurchwieder gut zu machen, daß er den Republikanern als Menschendie höchste Anerkennung ausspricht. Tritt er in dieser Schrift fürdas Königtum ein, so versieht er sie mit einer Einleitung, die vonGehässigkeiten gegen Preußen strotzt. Versetzt er zur Wonneder Konservativen dem toten Börne einen Fußtritt, der diesesIdeal der Liberalen zertrümmert, so hofft er das durch dasWintermärchen", die schmählichste Satire, die je gegen Deutsch-land gerichtet ist, wieder auszugleichen. Er sucht sich mühsamzwischen den Extremen zu behaupten, er war bestrebt, es mit niemandzu verderben, und wollte sich keiner Partei auf Gnade und Un-'gnade ausliefern. Bei diesem politischen Eiertanz ist Heine zwarmanchmal unangenehm angestoßen, aber es gelang ihm doch, ihnlänger als ein Jahrzent fortzuführen, ohne daß er sich zwingenließ, sich einer Partei ausschließlich hinzugeben. Dazu gehörte eineGewandtheit und geistige Regsamkeit, wie sie nur seiner Proteus-natur eigen war. Er war ein Meister der doppeldeutigen Phrase,er beherrschte mit vollendeter Virtuosität die Kunst, seine Meinunghinter halben Worten zu verbergen, die dem einen dies, dem anderndas Gegenteil besagten. Er zwingt den Leser, zwischen den Zeilenzu lesen, und er suggeriert ihm nicht, was geschrieben steht, sondernwas der Leser zu vernehmen wünscht.