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XIII, In Paris
dieses Opfer nur das erste auf einem langen, langen Leidenspfadwar, daß der Mann des Volkes und der Freiheit auf alles, mages nun Poesie, Persönlichkeit und eigenes Glück, verzichten muß,um ganz der Sache zu leben. Das lag nicht in Heines Natur,es lag überhaupt nicht in der Natur der Männer, die unter demIndividualismus der Romantik herangewachsen waren.
Von den Deutschen in Paris war der Dichter bei"feiner An-kunft freudig begrüßt worden. Es sollen damals an 80000 Deutschein der französischen Hauptstadt gelebt haben. Wenn diese Zahlrichtig ist, so waren es in der überwiegenden Mehrzahl Handwerker,Angestellte und kleine Gewerbetreibende, die still für sich ohneZusammenschluß ihrem Verdienst nachgingen und politisch nichtdie geringste Rolle spielten. Es spricht für ihre Teilnahmslosigkeitam öffentlichen Leben, daß mehrfache Versuche, eine deutsche Zeitungin Paris zu gründen, gescheitert waren. Diese große Masse vonDeutschen brachte nicht die genügende Zahl von Lesern und Abonnentenauf, um ein bescheidnes Wochen- oder Monatsblatt zu unterhalten.Der Beruf kettete sie an Frankreich und entfremdete sie dem Deutsch-tum. Trotzdem existierte ein gewisses geistiges deutsches Lebenin Paris. Es gruppierte sich um den im In- und Ausland ge-achteten Buchladen von Heideloff und Campe, wo die neuestenZeitungen aus der Heimat zur Lektüre, die neuesten Bücher zurAnsicht und zum Kaufe auslagen. Den Mittelpunkt dieses Deutsch-tums bildeten dis Korrespondenten der großen Zeitungen in Köln,München, Augsburg, Frankfurt und Berlin. Wie die Verhältnissedamals lagen, war es für ein deutsches Blatt das Wichtigste, inParis gut vertreten und von dort gut unterrichtet zu werden. Sovereinigten sich in der Hauptstadt eine Reihe trefflicher Männer,nicht einseitige Politiker, denn es lag ihnen auch ob, das heimischePublikum über alles Neue in der französischen Kunst, Literaturund Wissenschaft aufzuklären. Sie bildeten den dauernden, wenn auchbeständig wechselnden Mittelpunkt für die zahlreichen deutschenKünstler und Gelehrten, die durch die überragende Stellung vonParis angelockt, dort mehr oder minder langen Aufenthalt nahmen.