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Heinrich Heine
Entstehung
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Das Bürgerkönigtum

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daran, daß die Sieger, also in erster Linie Louis Philipp und seineMinister, aus Bosheit oder aus Ungeschick den Erfolg vereiteltenoder nicht wollten. Sie hatten sich von dem Adel und den Pfaffenwieder einfangen lassen, denn diese beiden Stände waren es, dieHeine gewohnheitsmäßig für alle Übel verantwortlich machte undals die Feinde betrachtete, die den Sieg der Idee und damit dieNeugeburt der Welt zu paradiesischen Zuständen verhinderten. DieOpposition in Frankreich sah in Louis Philipp einen Verräteran der Sache des Volkes, des Volkes, das ihn unter Einsatz deseignen Lebens auf den Thron erhoben hatte. Wäre der Dichterkonsequent gewesen, so hätte er nach seiner ganzen Vergangenheitdie Ansicht der Republikaner sich aneignen müssen. Aber er war nichtkonsequent, und nicht nur weil er ein Jahresgehalt von der fran-zösischen Regierung empfing, sondern schon vor diesem Ereignistrennte er sich von den Radikalen. Er scheute sich, die praktischenFolgerungen aus der Idee zu ziehen. Die liberale Idee hatte fürihn einen poetischen Reiz. Nicht die Überzeugung, sondern diePhantasie zwang ihm die Rolle des Volkstribunen auf; es schmeichelteseiner Eigenliebe und Eitelkeit, das Banner Europas in dem großenFreiheitskampf zu tragen. Aber die ästhetische Form des Kampfeswar dem Dichter interessanter als der Kampf selber, und sobaldder Kampf nicht mehr ästhetisch geführt wurde, also in dem Augen-blick, wo die Politik ihre ausschließlichen Rechte geltend machte,erlahmte sein Eifer. Den praktischen Ansprüchen konnte er nichtgerecht werden. Die Entsagung, die die Rolle des Freiheitskämpferserforderte, widerstrebte seiner innersten Natur. Er fand in Pariszwar unerfreuliche politische Verhältnisse, aber sonst recht angenehmeLebensbedingungen, und er konnte sich nicht entschließen, zugunstender Idee auf sie zu verzichten. Er war bereit, weiter für dieRevolution zu wirken, aber er wollte dabei die Vorteile der be-stehenden Staatsordnung genießen. Er übersah, daß er damit eineunhaltbare Zwitterstellung einnahm. Er glaubte, mit seiner Aus-wanderung aus Deutschland der Sache ein ungeheures Opfer ge-bracht zu haben, und er ahnte nicht, daß, wenn er konsequent war,