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Vermittlung zwischen Frankreich und Deutschland Z55
kratischen Methoden der vorgeschrittenen lateinischen Schwester an-zunehmen und sie vielleicht dafür mit den Schätzen seiner Philosophieund Poesie zu entschädigen. Man darf dabei nicht an einen Selbst-betrug des Dichters denken. Er war aufrichtig, er lebte der Über-zeugung, die damals nicht nur von den Franzosen gehegt, sondernvon der großen Masse der liberalen Deutschen geteilt wurde.Heine mußte an diesem Programm festhalten, es war für ihn eineLebensfrage und er mußte alle Zweifel an feiner Richtigkeit, wennihm solche kamen, niederringen. Das war „tu koros äss olrosvs",die Macht der Dinge, die er selbst in einem der ersten Briefeaus Paris für seine Übersiedlung nach Frankreich verantwortlichmachte. Sie trieb ihn nicht nur in das fremde Land, sieschmiedete nicht nur sein Schicksal an das des fremden Volkes,sondern sie zwang ihn auch, mit allen Fasern seines Herzens anFrankreich zu glauben. Ein Zweifel an Frankreich war gleich-bedeutend mit einem Zweifel an sich selber. Heine .war mit demTag seiner Ankunft in Paris nicht mehr frei.
Die Zweifel sind ihm nicht erspart geblieben. Je länger er indem Lande weilte, desto stärker wurden sie, ja man kann sagen,daß die innere Leere seines späteren Lebens durch die Nichterfüllungder Erwartungen verursacht wurde, die der Dichter auf Frankreichgesetzt. Es war vielleicht keine Enttäuschung, aber das Große bliebaus, das er von dem Volk seiner zweiten Heimat erhoffte. Erspricht gewöhnlich von den Franzosen mit der höchsten Bewunderungund Begeisterung. Sie sind ihm nicht nur, wie es in dem liberalenProgramm stand, die Nation der Freiheit, des Fortschritts undder Revolution, sondern auch das liebenswürdigste und edelste, dashöflichste und großmütigste Volk dieser Erde. Er ist bei ihrem Lobhäufig in die „verdammte französische Phrase" verfallen, die er beiandern Gelegenheiten energisch von sich wies. Aber was sollteer tun? Er kannte die gallische Selbstgefälligkeit nur zu gut und erwußte, daß er nur durch die Schmeichelei das Ohr einer Gastfreundegewinnen konnte. Viele von seinen dithyrambischen Lobsprüchenbesitzen nur den Wert eines Komplimentes, es find eaptutiausL
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