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XII. Die Julirevolution
Pierre, Fichte Napoleon, Schelling entspricht der Restauration undHegel mit seinein eklektischen Regiment dem Bürgerkönigtum derOrleans. In der Philosophie ist der große Kreislauf beschlossen,und wenn die Deutschen jetzt zur Politik übergehen, so ist nur dieFrage, ob ihre „Revolution eine trockne oder eine naßrote" sein werde.
Der Gedanke, daß die Idee sich anders als durch eine Revolutiondurchsetzen könne, ist Heine nie gekommen, und als die Revolutionausblieb, verzweifelte er an der Idee. Einstweilen träumte er, daßes in Deutschland so kommen müsse, wie es in Frankreich ge-kommen war. Es schmeichelte ihm, daß er die Gleichheit der Ent-wicklung in den beiden Ländern entdeckt hatte mit dem Unterschied,daß hier die Tat, dort die Idee den Vorrang habe. Ans diesenAusgleich zwischen den beiden Ländern gründete sich seine besteHoffnung für die Zukunft. Er war damals mit der Lehre Saint-Simons bekannt geworden und bezeichnete sie als sein neuesEvangelium. Ein Lieblingsgedanke des Saint-Simonismus aberwar es, daß im Interesse des allgemeinen Fortschrittes jede Nationeine bestimmte Rolle empfangen habe, durch die sie an der Ver-wirklichung der Idee mitzuarbeiten habe. Die Saint-Simonistenteilten Frankreich die Religion, Deutschland die Wissenschaft undEngland den Gewerbefleiß zu. Heine wich von ihnen ab und be-trachtete die praktische Politik als die Domäne Frankreichs, diePhilosophie als die Deutschlands. Auf jeden Fall ist es vonWichtigkeit, daß sich in der letzten Schrift, die er auf deutschemBoden verfaßte, schon die ersten Spuren des Saint-Simonismuszeigen, der in Paris eine große Bedeutung für unfern Dichter ge-winnen sollte. Er trug viel zu seiner Übersiedlung nach Frankreichbei. Heine selber schrieb damals au Varnhagen: „Ich packe meineKoffer und reise nach Paris, um . . . ganz dem heiligen Gefühlemeiner neuen Religion mich hinzugeben und vielleicht als Priesterderselben die letzten Weihen zu empfangen." Diese neue Religionwar die Lehre Saint-Simons.
Heine war nicht wie verschiedene andere Häupter des deutschenLiberalismus, wie Börne, Michael Beer, Maltitz u. a., in der ersten