XII. Die Julircvoluliv»
in ihrer seelischen Verfassung vvn Rousseau bis Lassalle, ja bisans Karl Marx.
Die vier Bände der „Reisebilder" umfassen das Schaffen unseresDichters in den wichtigen Jahren 1825—30. Die Form, die eigen-tümliche Verbindung des Persönlichen mit dem Zuständlichen, hatteihm die „Harzreise" intuitiv geliefert. Er hielt sie fest, weil sie seinemromantischen Naturell entsprach und sich als brauchbar bewährte,alles in scheinbarem bunten Durcheinander auszusprechen, was erauf dem Herzen trug. Der Verfasser geht auf die Wanderschaftund läßt die bunten Bilder an sich vorüberfluten, die mit einernie wieder erreichten Fülle von Witz und Laune, Poesie und Humorbetrachtet und erläutert werden. Die Person des Dichters bildetden festen Mittelpunkt, um den sich das immer wechselnde Welt-bild gruppiert. Darin liegt die Schwäche und die Stärke diesesneuen literarischen Thpus, seine Stärke, soweit er Poetisch, seineSchwäche, soweit er politisch ist. Die Poesie ist persönlich, diePolitik unpersönlich. Daher war die politische Wirkung der „Reise-bilder" nicht so groß, wie man nach dem allgemeinen Beifall er-warten durfte. Man nannte Heine in Berlin spöttisch den „Salon-demagvgen", nicht weil man an der Ehrlichkeit seiner Überzeugungzweifelte, sondern weil man in ihm immer den Dichter sah, derin poetischer Form nebenbei Politik trieb. Man las die „Reise-bilder" mehr als Dichtung, weniger als politische Schrift. DerDichter selbst urteilte über den letzten Band, er sei „stärker imAusdruck als im Ausgedrückten", er wirke also mehr durch dieForm als durch den Inhalt. Das war eine Enttäuschung für ihn,und in dem Schlußwort der „Englischen Fragmente", das aberals Geleitwort zu allen vier Bänden zu betrachten ist, sucht er diepolitische Bedeutung des Werkes und seine eigene politische Rolledarzulegen.
Er erzählt dort das Märchen von dem Narren Kunz von derRosen, der als einziger Getreuer dem verratenen und verlassenenKaiser in das Gefängnis folgt. Mit ihm vergleicht sich der Dichter:„O, deutsches-Vaterland! teures deutsches Volk! ich bin dein Kunz