Englische Fragmente
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Das alles klingt den ernüchterten Lesern von heute wieleere Phrasen, aber der revolutionäre Taumel, in dem die Wortegeschrieben sind, berauschte damals Kopf und Herz der Bestenund erfüllte sie mit einer grenzenlosen Bewunderung für Frank-reich, das Land der Freiheit und des Fortschrittes. WolfgangMenzel, der sich als Hüter des Deutschtums aufspielte, stimmteHeine rückhaltlos bei und erklärte in feiner Besprechung desWerkes: „Nichts Wahres in der ganzen Zeit seit NapoleonsSturz als die Lüge." Mau sah in der Reaktion seit dem Tagevon Waterloo einen Verrat an der Sache der Menschheit, in derRevolution ein Wiedererwachen der Welt. Heine hatte nicht un-recht, daß er die Errungenschaften von 1789 hochhielt, mochten sieauch durch Ströme von Blut erkauft sein. Jeder Fortschritt er-fordert Opfer. Aber ein Irrtum des Dichters war die Annahme,daß der Fortschritt nur durch die gewaltsame Erhebung des Volkeserrungen werden könne, daß die Revolution eine Notwendigkeit sei.Der Glaube an dieses Dogma der damaligen Liberalen führte zuder falschen Beurteilung Englands, weil der Ausbau des Staatesdort nicht durch den Umsturz, sondern durch die gleichmäßige Tätig-keit der Verwaltung und Gesetzgebung erstrebt wurde, er führteauch zu der Mißachtung Deutschlands, weil auch dort revolutionäreNeigungen nur in sehr geringem Maße bestanden. Der Nichtrevvln-tionär erscheint als der verächtliche Philister, der Revolutionärals das große Individuum, das ein freies Ausleben der Persön-lichkeit selbst gegen den Staat beanspruchen darf. Die politischenAnschauungen Heines und seiner Generation wurzeln tief in derRomantik, und was ihnen als Idee der Revolution vorschwebte,ist keine soziale, sondern eine individualistische Bewegung. Sieredeten zwar viel von dem Volke, aber sie fühlten sich nicht alsTeil dieses Volkes, sondern als übergeordnete Einzelwesen. Die„vornehme Eisrinde" muß von Heines Herzen schmelzen, wenn erin die Politik hinabsteigt. Selbst als Politiker ist er stets Roman-tiker geblieben, der das Volk nur als ein Machtmittel in derHand des großen Führers betrachtet. Romantiker waren sie alle